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Neue Wege zur Behandlung von Chlamydien

Forscher der Universität Umeå (Schweden) und der Michigan State University (USA) haben eine Art von Molekül entdeckt, das Chlamydien-Bakterien abtötet, aber Bakterien verschont, die für die Gesundheit wichtig sind. Die Entdeckung öffnet die Tür für weitere Forschungen zur Entwicklung neuer Antibiotika gegen Chlamydien, die mit 130 Millionen Fällen pro Jahr die weltweit häufigste bakterielle Geschlechtskrankheit sind. „Niemand sollte mit Chlamydien leben müssen. Aber das Problem ist, dass die heutigen Behandlungsmethoden nicht zwischen gefährlichen und freundlichen Bakterien unterscheiden können. Ein wachsendes Problem ist auch, dass immer mehr Bakterien gegen die heutigen breit wirkenden Antibiotika resistent werden“, sagt die Hauptautorin der Studie, Barbara Sixt, außerordentliche Professorin am Institut für Molekularbiologie der Universität Umeå, Schweden. Das Bakterium, das Chlamydien verursacht, Chlamydia trachomatis, hat ganz besondere Eigenschaften. Genau wie Viren dringt es in die Zellen des menschlichen Körpers ein, die es dann so umgestaltet, dass… 

Arzneimittel: Erstes ferngesteuertes Fotoaktivierungsgerät funktioniert

Photoaktivierbare Medikamente werden aktiviert, wenn sie durch einen Lichtstrahl – über eine optische Faser – bestrahlt werden, und erzeugen so eine kontrollierte und lokale therapeutische Wirkung auf das Zielgewebe. Nun hat ein wissenschaftliches Team einen neuen Durchbruch auf dem Gebiet der Photopharmakologie erzielt, indem es das erste drahtlose Gerät entwickelt hat, das in der Lage ist, ein photoaktivierbares Medikament aus der Ferne zu aktivieren und therapeutische Wirkungen auf bestimmte Organe zu entfalten. Dieses neue Gerät hat seine Wirksamkeit bei der Behandlung von Schmerzen in einer Studie mit einem lichtempfindlichen Molekül bewiesen, das von Morphin abgeleitet ist, einem der am häufigsten verwendeten Opioide aufgrund seiner großen schmerzstillenden Wirkung. Die an Tiermodellen durchgeführte Studie eröffnet neue Perspektiven für die Entwicklung von sichereren, wirksameren und individuell anpassbaren analgetischen Behandlungen – insbesondere bei chronischen Schmerzen – ohne die mit der Verwendung von Opioiden verbundenen… 

Verbesserung von Diagnose und Therapie von Hirnmetastasen

Hirnmetastasen treten häufig als Folge fortgeschrittener Krebserkrankungen auf und sind trotz medizinischer Fortschritte nach wie vor mit einer schlechten Prognose verbunden. Nun hat ein internationales Expert:innengremium unter Leitung der Medizinischen Universität Wien und des LMU Klinikums München einen wichtigen Schritt zur Verbesserung von Diagnostik und Therapieüberwachung gesetzt. Eine spezielles bildgebendes Verfahren, die Aminosäuren-PET, kann nicht nur die Versorgung von Patient:innen verbessern, sondern auch die Forschung zur Entwicklung neuer Behandlungsansätze vorantreiben. Die ersten standardisierten Kriterien zum Einsatz dieser Methode wurden aktuell im Top-Journal „Nature Medicine“ publiziert. Bisher wird für die Diagnose und Therapieüberwachung von Hirnmetastasen vor allem die Magnetresonanztherapie (MRT) genutzt. Diese Methode kann jedoch die Stoffwechselaktivität von Tumorzellen nicht darstellen. Darum wird in der Forschung, aber auch in der Versorgung von Patient:innen mit Hirnmetastasen zunehmend die sogenannte Aminosäuren-Positronen-Emissions-Tomographie (Aminosäuren-PET) angewandt. Dieses bildgebenden Verfahren nutzt radioaktiv markierte Substanzen, um eine genauere… 

Paxman und Dignitana fusionieren: Neuer Meilenstein für Kopfhautkühlung bei Krebspatienten

Die Übernahme des schwedischen Unternehmens Dignitana durch den britischen Marktführer Paxman wurde erfolgreich abgeschlossen, wie Paxman bekanntgab. Dieser historische Zusammenschluss markiert den Beginn einer neuen Ära in der Kopfhautkühlung, einer Methode zur Reduzierung von Haarausfall bei Krebspatienten während der Chemotherapie. Beide Unternehmen, seit Jahren führend im Nebenwirkungsmanagement, bündeln ihre Stärken unter dem Namen Paxman AB, um Innovationen voranzutreiben und ihre globale Präsenz auszubauen. Die Fusion nutzt Paxmans führende Position und vereint die Ressourcen beider Unternehmen, um die Versorgung von Patienten weltweit zu verbessern. Besonders in den USA wird die Präsenz der mechanisierten Kopfhautkühlung von 600 auf 900 Standorte erweitert. Derzeit erreichen die Geräte von Paxman und Dignitana nur ein Prozent der infrage kommenden Patienten, was ein erhebliches Wachstumspotenzial bietet. Die Synergien ermöglichen höhere Investitionen in Forschung, Entwicklung und Marktexpansion. Das vereinte Unternehmen verpflichtet sich, einheitliche Servicestandards mit erweiterten Ressourcen anzubieten.… 

7.000 Jahre alte Genmutation schützt vor HIV

Was haben ein jahrtausendealter Mensch aus der Schwarzmeerregion und die moderne HIV-Medizin gemeinsam? Eine ganze Menge, wie eine neue Studie der Universität Kopenhagen zeigt. 18 bis 25 Prozent der dänischen Bevölkerung tragen eine genetische Mutation, die sie resistent oder sogar immun gegen HIV machen kann. Dieses Wissen wird genutzt, um moderne Therapien gegen das Virus zu entwickeln. Bislang war unbekannt, wo, wann und warum die Mutation auftrat. Mithilfe modernster DNA-Technologie konnten Forscher dieses genetische Rätsel nun lösen. „Es stellte sich heraus, dass die Variante bei einem Individuum entstand, das vor 6.700 bis 9.000 Jahren in einem Gebiet nahe dem Schwarzen Meer lebte“, sagt Professor Simon Rasmussen vom Novo Nordisk Foundation Center for Basic Metabolic Research (CBMR) an der Universität Kopenhagen, korrespondierender Autor einer neuen Studie zur Kartierung der Mutation. Er fügt hinzu: „HIV ist eine relativ neue Krankheit – weniger… 

Ultraschallgesteuerter 3D-Biodruck ermöglicht die Herstellung von Tiefengewebeimplantaten in vivo

Eine neue ultraschallgesteuerte 3D-Drucktechnik könnte die Herstellung medizinischer Implantate  in vivo  und die Verabreichung maßgeschneiderter Therapien an Gewebe tief im Körper ermöglichen – und das ganz ohne invasive Chirurgie, berichten Forscher. 3D-Bioprinting-Technologien bieten vielversprechende Möglichkeiten für die moderne Medizin, da sie die Herstellung maßgeschneiderter Implantate, komplexer medizinischer Geräte und künstlicher Gewebe ermöglichen, die individuell auf den Patienten zugeschnitten sind. Die meisten aktuellen Ansätze erfordern jedoch eine invasive chirurgische Implantation. Obwohl  In-vivo-  Bioprinting – der 3D-Druck von Gewebe direkt im Körper – eine weniger invasive Alternative darstellt, ist es bisher durch Herausforderungen wie geringe Gewebeeindringtiefe, eine begrenzte Auswahl an biokompatiblen Biotinten und den Bedarf an Drucksystemen mit hoher Auflösung und präziser Echtzeitsteuerung eingeschränkt. Um diese Hindernisse zu überwinden, entwickelten Elham Davoodi und Kollegen eine neuartige bildgesteuerte Plattform namens Imaging-Guided Deep Tissue In Vivo Sound Printing (DISP). Diese nutzt fokussierten Ultraschall und… 

Papst Leo XIV. und die Missbrauchsvorwürfe: Eine differenzierte Analyse

Mit der Wahl von Kardinal Robert Francis Prevost zum neuen Papst Leo XIV. hat die katholische Kirche einen historischen Schritt vollzogen.Zum ersten Mal in der Geschichte steht ein US-Amerikaner an der Spitze der Weltkirche – ein Mann, dessen Lebensweg von pastoraler Arbeit, internationaler Erfahrung und tiefem Engagement für die Kirche geprägt ist[3][7]. Doch die Freude über diesen Neuanfang wird von schweren Vorwürfen überschattet: Wie mehrere Medien berichten, sieht sich der neue Papst mit Anschuldigungen konfrontiert, in seiner Zeit als Bistumsleiter in Chicago und Chiclayo Missbrauchsfälle nicht konsequent verfolgt zu haben[4][6][2][8]. Dieser Artikel beleuchtet die Hintergründe der Vorwürfe, deren Entstehung und Bewertung sowie die Reaktionen von Prevost und der Kirche – und ordnet sie in den Kontext der Missbrauchsaufarbeitung ein. Zum ersten Mal in der Geschichte steht ein US-Amerikaner an der Spitze der Weltkirche – ein Mann, dessen Lebensweg von pastoraler… 

Würzburger Forscherin erhält EFIC-Grünenthal-Grant für innovative Schmerzforschung

Würzburg, 8. Mai 2025 – Franziska Karl-Schöller vom Universitätsklinikum Würzburg (UKW) ist eine von drei Preisträgerinnen des diesjährigen EFIC-Grünenthal-Grants (E-G-G). Gemeinsam mit Ama Kissi (Belgien) und Maddalena Comini (Großbritannien) setzte sie sich unter 51 Bewerbungen durch. Die Auszeichnung der Europäischen Schmerzgesellschaft (EFIC) und des Pharmaunternehmens Grünenthal fördert Nachwuchswissenschaftler*innen und zielt darauf ab, die Lebensqualität von Menschen mit chronischen Schmerzen zu verbessern. Die Projekte wurden auf dem EFIC® Pain in Europe Kongress im April 2025 in Lyon vorgestellt. Karl-Schöller entwickelt ein neuartiges dreidimensionales, innerviertes Hautmodell, um die Mechanismen der postherpetischen Neuralgie (PHN) zu erforschen. PHN ist ein chronisches Schmerzsyndrom, das bei 10 bis 15 Prozent der Gürtelrose-Patient*innen auftritt. Gürtelrose, ausgelöst durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV), entsteht, wenn das Virus, das nach einer Windpockeninfektion in den Spinalganglien überlebt, reaktiviert wird. Warum es nach abgeheilter Gürtelrose zu anhaltenden Nervenschmerzen kommt, ist unklar. In ihrer… 

Neuer Durchbruch in der Protonentherapie: Präzisere Behandlung von Hirntumoren

Dresden, 8. Mai 2025 – Die Protonentherapie, eine hochpräzise Methode zur Behandlung von Hirntumoren, birgt trotz ihrer Gewebeschonung Risiken durch die variable biologische Wirksamkeit der Protonenstrahlen. Forschende des Nationalen Zentrums für Strahlenforschung in der Onkologie – OncoRay in Dresden haben nun einen Ansatz entwickelt, um diese Risiken besser abzuschätzen und durch optimierte Planungsverfahren deutlich zu senken. Die biologische Wirksamkeit von Protonen, die angibt, wie stark sie Gewebe im Vergleich zu Photonenstrahlen schädigen, wird klinisch pauschal mit einem Faktor von 1,1 angesetzt. Studien zeigen jedoch, dass sie lokal, besonders am Strahlende, deutlich höher sein kann, was empfindliche Strukturen wie Sehnerven oder gesundes Hirngewebe gefährdet. „Eine feste Annahme der Wirksamkeit kann die Belastung für gesundes Gewebe unterschätzen“, erklärt Martina Palkowitsch, Erstautorin der Studie. Das OncoRay-Team um Prof. Steffen Löck analysierte die Behandlungsdaten von 105 Patient*innen, die zwischen 2015 und 2022 in Dresden… 

Asthma und Allergien haben psychische Auswirkungen

Menschen, die jahrelang an Asthma oder Allergien leiden, wissen, wie belastend diese Erkrankungen für die Psyche sein können. Die Mai-Ausgabe der Annals of Allergy, Asthma and Immunology (Annals ), der wissenschaftlichen Zeitschrift des American College of Allergy, Asthma and Immunology, untersucht die psychische Belastung, die diese Erkrankungen mit sich bringen können. „Die Krankheiten, die wir in der Allergie-/Immunologie behandeln, sind überwiegend chronisch und haben oft psychische Auswirkungen auf die Betroffenen“, sagt Dr. Mitchell Grayson, Allergologe und Chefredakteur von Annals. „Manchmal konzentrieren wir uns als Ärzte auf die Diagnose und Behandlung der Krankheit, erkennen aber nicht das Leid, das der Patient erleidet. Angst und Furcht können wesentliche Bestandteile allergischer Erkrankungen sein und die erfolgreiche Behandlung der Grunderkrankung erheblich beeinträchtigen. In dieser Ausgabe untersuchen wir die psychischen Auswirkungen von Neurodermitis, Nahrungsmittelallergien und Asthma. Wir beschreiben nicht nur die psychischen Auswirkungen auf die…