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Flüssiger Kohlenstoff entschlüsselt: Bahnbrechendes Experiment am European XFEL

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Rostock und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) hat 2023 erstmals den Hochleistungslaser DIPOLE 100-X am European XFEL in Schenefeld bei Hamburg eingesetzt, um flüssigen Kohlenstoff unter extremem Druck zu untersuchen. Die Ergebnisse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Nature“ DOI: 10.1038/s41586-025-09035-6, markieren einen Durchbruch in der Materialforschung, da dieser Zustand von Kohlenstoff im Labor bisher nicht zugänglich war. Flüssiger Kohlenstoff spielt eine Schlüsselrolle in Planetenmodellen und Zukunftstechnologien wie der Kernfusion. Kohlenstoff wird unter Normalbedingungen nicht flüssig, sondern sublimiert direkt vom festen in den gasförmigen Zustand. Nur unter extremen Bedingungen – Drücken, wie sie im Inneren von Planeten herrschen, und Temperaturen von etwa 4.500 Grad Celsius – schmilzt Kohlenstoff. Kein Behälter hält diesen Bedingungen stand, weshalb flüssiger Kohlenstoff bisher kaum erforscht war. Durch Laserkompression lässt sich festes Kohlenstoffmaterial jedoch für Nanosekunden verflüssigen, was präzise Messungen ermöglicht. Das… 

Aktualisierte Leitlinie zur Silikose: Neue Standards für Diagnostik und Begutachtung

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hat die S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Begutachtung der Berufskrankheit Silikose (Quarzstaublunge) aktualisiert. Die über vier Jahre von neun Fachgesellschaften überarbeitete Leitlinie richtet sich an Fachärzte aus Pneumologie, Arbeitsmedizin, Radiologie und Onkologie sowie an Kostenträger, Sachverständige und Sozialgerichte. Sie berücksichtigt die dynamische Entwicklung rund um die durch feinen Quarzstaub verursachte Lungenerkrankung, die in Berufen wie Bergbau, Straßenbau oder Metallindustrie auftritt. Die aktualisierte Leitlinie legt verstärkt Wert auf moderne Diagnostikmethoden. Neben dem konventionellen Röntgenbild rückt die Computertomografie stärker in den Fokus, und es wurden genauere Kriterien für pathologische Veränderungen definiert, die eine Anerkennung als Berufskrankheit ermöglichen. Neu berücksichtigt werden seltene Formen wie die Lymphknotensilikose, bei der Lymphknoten betroffen sind, und die Alveolarproteinose, eine akute Entzündung der Lungenbläschen durch Staubablagerungen. Zudem behandelt die Leitlinie Begleiterkrankungen wie Tuberkulose, Lungenkrebs sowie immunbedingte und rheumatische Erkrankungen. Ein praktisches… 

Neuer Labortest zur Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Eine Forschungsgruppe unter Leitung von Prof. Julia Mayerle am LMU Klinikum München hat einen Labortest entwickelt, der Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Risikopatienten frühzeitig ausschließen oder diagnostizieren kann. Die Studie, veröffentlicht in „The Lancet Gastroenterology and Hepatology“, zeigt, dass Biomarkersignaturen aus Blutmetaboliten deutlich zuverlässiger sind als der bisherige Tumormarker CA19-9. Bauchspeicheldrüsenkrebs hat eine schlechte Prognose, da er meist erst in einem fortgeschrittenen, nicht mehr heilbaren Stadium entdeckt wird. Risikogruppen wie Menschen mit chronischer Pankreatitis, familiärer Vorbelastung oder neu diagnostiziertem Diabetes ab 50 Jahren haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Bisher fehlten effektive Früherkennungsmethoden, da CA19-9 nur bei fortgeschrittenem Krebs aussagekräftig ist. Über zwölf Jahre hinweg untersuchte das Team, ob Stoffwechselprodukte wie Aminosäuren oder Lipide im Blut, die massenspektrometrisch gemessen werden, einen diagnostischen Test ermöglichen. Aus über 1600 Metaboliten wurden zwei Signaturen mit 12 bzw. vier Metaboliten identifiziert, die mit hoher Genauigkeit ein Pankreaskarzinom ausschließen können.… 

LabNews erreicht 187.000 Impressions pro Monat

LabNews freut sich, zwei bedeutende Erfolge zu vermelden: In den vergangenen vier Wochen hat unsere Plattform erstmals beeindruckende 187.000 Impressions erzielt. Dieser Meilenstein unterstreicht die wachsende Reichweite und Relevanz von LabNews als verlässliche Quelle für die Life Sciences. Seit unserer Gründung im Februar 2024 haben wir zudem über 4.800 Artikel veröffentlicht. Diese Fülle an Inhalten spiegelt unser Engagement wider, unseren Usern weltweit kontinuierlich mit fundierten, aktuellen und vielfältigen Beiträgen zu versorgen. Wir danken unserer Community für das Vertrauen und die Unterstützung. LabNews wird weiterhin daran arbeiten, innovative und qualitativ hochwertige Inhalte zu liefern, um die Welt der Biotech, Medizin, Wissenschaft und KI noch zugänglicher zu machen. Kontakt:LabNews RedaktionE-Mail: redaktion@lab-news.deWebsite: www.lab-news.de Powered by LabNews Media LLC

Unbekannte Mutationen lösen weltweit Millionen von Fehlgeburten aus

In einer heute in Nature veröffentlichten Studie mit dem Titel „Sequence diversity lost in early pregnancy“ (Verlust der Sequenzvielfalt in der Frühschwangerschaft) schätzen Wissenschaftler von deCODE genetics, einer Tochtergesellschaft von Amgen, dass etwa eine von 136 Schwangerschaften aufgrund neuer Mutationen beim Fötus nicht ausgetragen wird. Mit anderen Worten: Jedes Jahr gehen weltweit Millionen von Schwangerschaften aufgrund von Mutationen verloren. Das menschliche Genom variiert von Individuum zu Individuum, jedoch gibt es einige Stellen im Genom, an denen es offenbar nur geringe oder gar keine Sequenzvariationen zwischen Individuen gibt. Dies wirft die Frage auf, ob die Sequenzen an diesen Orten für die menschliche Entwicklung wesentlich sind? Es ist bekannt, dass Mutationen in essenziellen Genomsequenzen maßgeblich zu neurologischen Entwicklungsstörungen beitragen. Die Frage bleibt jedoch, ob sie auch zu Fehlgeburten beitragen. Im Rahmen einer nordischen Zusammenarbeit versuchten Wissenschaftler von deCODE genetics, diese Fragen zu… 

Forscher identifizieren einen doppelten Ursprung von Zellen, die Pubertät und Fortpflanzung steuern

Forscher am Francis Crick Institute haben gezeigt, dass Gonadotropine – Zellen in der Hypophyse, die eine Schlüsselrolle bei der Pubertät und Fortpflanzung spielen – aus zwei verschiedenen Populationen stammen, wobei die Mehrheit nach der Geburt und nicht, wie bisher angenommen, im Embryo produziert wird. Ein besseres Verständnis darüber, wann sich diese wichtigen Zellen entwickeln, könnte Forschern und Ärzten dabei helfen, Störungen zu verstehen und zu behandeln, die die Pubertät und Fruchtbarkeit beeinträchtigen. In der Hypophyse, einer kleinen Drüse in der Mitte des Kopfes, die mit dem Gehirn verbunden ist, setzen Gonadotropine Hormone frei, die die Eierstöcke oder Hoden zur Reifung und zur Produktion von Eizellen oder Spermien anregen. Gonadotropine treten erstmals im Embryo auf und vermehren sich nach der Geburt. Ein Forschungsteam am Crick hat zuvor eine Population gewebespezifischer Stammzellen in der Hypophyse identifiziert. Dabei handelt es sich um Zellen,… 

Donanemab receives marketing authorization in Australia for the treatment of early symptomatic Alzheimer’s disease

Eli Lilly and Company (NYSE: LLY) announced today that the Australian Therapeutic Goods Administration (TGA) has granted marketing authorization for Kisunla (donanemab), an injection for intravenous infusion every four weeks to treat mild cognitive impairment and mild dementia due to Alzheimer’s disease in adults who are Apolipoprotein E ?4 (ApoE ?4) heterozygotes or non-carriers. Kisunla is the first amyloid-targeting therapy for people with Alzheimer’s registered in Australia and the only amyloid plaque-targeting therapy with evidence to support stopping therapy when amyloid plaques are removed. Amyloid is a protein produced naturally in the body that can clump together to create amyloid plaques. Kisunla can help remove the excessive buildup of amyloid plaques and help slow the cognitive and functional decline in patients with early symptomatic Alzheimer’s disease.

Künstliche Intelligenz in der Medizin: Wie ChatGPT bei medizinischen Anfragen versagt

Die Einführung von ChatGPT durch OpenAI im November 2022 markierte einen Wendepunkt in der Anwendung künstlicher Intelligenz (KI). Das Sprachmodell, basierend auf großen neuronalen Netzen, versprach, komplexe Fragen zu beantworten und menschenähnliche Texte zu generieren. Besonders im medizinischen Bereich weckte es hohe Erwartungen: Von der Unterstützung bei Diagnosen bis hin zur Beantwortung von Patientenfragen schien ChatGPT vielseitig einsetzbar. Doch während die Technologie in bestimmten Szenarien beeindruckt, zeigen peer-reviewte Studien immer wieder, dass ChatGPT bei medizinischen Anfragen häufig falsche, irreführende oder unvollständige Antworten liefert. Dieser Bericht beleuchtet die Schwächen von ChatGPT in der Medizin, stützt sich auf wissenschaftliche Studien und liefert konkrete Beispiele für fehlerhafte Antworten, die ernsthafte Konsequenzen haben könnten. Die Funktionsweise von ChatGPT: Stärken und Grenzen ChatGPT basiert auf einem großen Sprachmodell, das mit einer enormen Menge an Textdaten trainiert wurde, darunter Bücher, Artikel und Webseiten. Diese Daten ermöglichen… 

Diese Laborwerte verraten Knochenkrebs

Knochenkrebs, auch als maligner Knochentumor bezeichnet, ist eine seltene, aber schwerwiegende Erkrankung, bei der Laborwerte eine unterstützende Rolle in der Diagnostik spielen. Es gibt keine spezifischen Blutwerte, die allein eine Diagnose von Knochenkrebs ermöglichen. Dennoch können bestimmte Laborparameter Hinweise auf einen veränderten Knochenstoffwechsel geben und so den Verdacht auf einen Knochentumor erhärten. Zu den wichtigsten Laborwerten, die bei Verdacht auf Knochenkrebs untersucht werden, gehören die alkalische Phosphatase (ALP), die Lactatdehydrogenase (LDH) und der Calciumspiegel im Blut. Die alkalische Phosphatase ist ein Enzym, das vor allem in Knochen und Leber gebildet wird. Bei Knochentumoren, insbesondere beim Osteosarkom, kann der ALP-Wert im Blut deutlich erhöht sein, da Tumorzellen vermehrt dieses Enzym produzieren. Allerdings ist ein erhöhter ALP-Wert nicht spezifisch für Knochenkrebs, sondern kann auch bei anderen Erkrankungen wie Lebererkrankungen oder gutartigen Knochenerkrankungen auftreten[2][5]. Die Lactatdehydrogenase (LDH) ist ein weiteres Enzym, das bei… 

Pregnancy: New mutations kill fetus

In a study published in Nature today „Sequence diversity lost in early pregnancy,“ scientists from deCODE genetics, a subsidiary of Amgen, estimate that around one in 136 pregnancies are lost due to new mutations in the fetus. In other words, millions of pregnancies worldwide are lost because of mutations every year. The human genome varies between individuals, but there are some locations in the genome where there seems to be little or no sequence variation between individuals. This raises the question whether the sequences at these locations are essential for human development? It is known that mutations in essential genomic sequences are major contributors to neurodevelopmental disorders, the question remains, do they also contribute to pregnancy loss? As part of a Nordic collaboration, scientists from deCODE genetics sought to answer these questions by sequencing 467 samples from pregnancy losses from…