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Ontario-Krankenhäuser vor schwierigen Entscheidungen durch Finanzdruck

Die Ontario Hospital Association (OHA) hat bei den Vorberatungen zum Haushalt 2026/27 vor wachsenden finanziellen Belastungen im Krankenhaussektor gewarnt. Präsident und CEO Anthony Dale forderte stabile, mehrjährige Finanzierungen, um eine effektive Planung zu ermöglichen.

Die Krankenhäuser unterstützen die Investitionen der Provinz in häusliche Pflege, Primärversorgung und Langzeitpflege, um Patienten angemessene Versorgungsorte zu bieten. Gleichzeitig stehen sie vor erheblichen Herausforderungen: Viele Einrichtungen rechnen mit Jahresdefiziten, haben ihr Betriebskapital aufgezehrt und können ohne klare Einnahmenperspektiven nicht planen.

Die Kosten steigen jährlich um etwa sechs Prozent, bedingt durch Bevölkerungswachstum, Alterung und Inflation. Die jährlichen Zuwächse lagen jedoch nur bei rund vier Prozent, was zu einem strukturellen Defizit von etwa einer Milliarde Dollar führt. Hinzu kommen unfinanzierte Betten und veraltete Vergütungssätze.

Durch den Hospital Sector Stabilization Plan (HSSP) wurden erste Einsparungen in klinischen, operativen und administrativen Bereichen identifiziert. Diese reichen jedoch nicht aus. Weitere Maßnahmen könnten Programmzusammenlegungen mit Leistungseinschränkungen, Schließung nicht-kerniger stationärer Angebote oder Kürzungen in zentralen Bereichen umfassen.

Die Krankenhäuser Ontarios gelten bereits als die effizientesten in Kanada. Dennoch stehen schwierige Priorisierungen und Abwägungen bevor. Dale betonte die Notwendigkeit verlässlicher Finanzplanungen für die nächsten drei Fiskaljahre, um trotz Unsicherheiten – etwa durch den Handelskonflikt mit den USA – die Versorgung zu sichern. Innovationen wie Künstliche Intelligenz, Gentherapie, personalisierte Medizin und das Hospital-at-Home-Modell bieten Potenzial, erfordern jedoch Zeit und Ressourcen.