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Nieren-Organoid entschlüsselt genetische Ursache chronischer Nierenerkrankung

Chronische Nierenerkrankungen (CKD) betreffen weltweit mehr als 700 Millionen Menschen. Sie werden durch genetische und umweltbedingte Faktoren sowie bestehende Erkrankungen verursacht. Zu den bekannten genetischen Risikofaktoren für CKD zählen Mutationen im Gen APOL1 . Diese kommen in den meisten Bevölkerungsgruppen selten vor, doch bei bis zu 13 Prozent der Menschen westafrikanischer Herkunft sind zwei Risikovarianten vorhanden, weitere 38 Prozent besitzen eine Kopie (Träger). Die Ursachen der APOL1 -vermittelten Nierenerkrankung (AMKD) sind derzeit noch nicht gut verstanden und es mangelt an Behandlungsmöglichkeiten.

Um AMKD besser zu verstehen, haben Siebe Spijker und sein Team von der Universität Leiden in den Niederlanden Stammzellen aus Hautbiopsien von AMKD-Patienten gewonnen und daraus mikroskopische Strukturen, sogenannte Nieren-Organoide, hergestellt, die Aspekte der menschlichen Nierenfunktion modellieren können. In einigen dieser Organoide wurden die APOL1- Mutationen gentechnisch korrigiert. Die Forschungsergebnisse wurden heute in Stem Cell Reports veröffentlicht . Durch eine Reihe von Labortests haben die Forscher herausgefunden, dass APOL1- Mutationen die ordnungsgemäße Funktion der Mitochondrien in der Niere beeinträchtigen, die für die Atmung und Energieproduktion benötigt werden. Ein Zelltyp namens Podozyten, der für die Filterfunktion der Niere unentbehrlich ist, ist von APOL1- Mutationen besonders betroffen, da diese Podozyten das meiste APOL1-Protein in den Nieren produzieren. Diese negativen Auswirkungen treten vor allem dann auf, wenn die Zellen durch entzündliche Proteine ??gestresst sind. Dieser Befund könnte erklären, warum Entzündungen im Körper, beispielsweise durch Virusinfektionen oder Autoimmunerkrankungen, bei Patienten häufig den Ausbruch von AMKD auslösen.

„Wir gehen davon aus, dass dieses menschliche Nieren-Organoid-Modell unser Verständnis von AMKD verbessern und die Arzneimittelforschung beschleunigen wird, insbesondere angesichts der Tatsache, dass APOL1 bei Nagetieren nicht endogen exprimiert wird“, fügte Spijker hinzu.

Diese Forschung zeigt, dass mutiertes APOL1 die mitochondriale Funktion in Podozyten beeinflusst und könnte Möglichkeiten für die Entwicklung gezielter Behandlungen für Patienten mit AMKD eröffnen.

https://www.cell.com/stem-cell-reports/fulltext/S2213-6711(25)00254-1