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Neuer Hoffnungsträger für Sjögren-Krankheit: Ianalumab zeigt Erfolg in Phase-III-Studien

Die Phase-III-Studien NEPTUNUS-1 und NEPTUNUS-2 des Pharmaunternehmens Novartis haben vielversprechende Ergebnisse für Ianalumab (VAY736) bei der Behandlung der Sjögren-Krankheit erbracht. Beide Studien erreichten ihren primären Endpunkt, indem sie eine statistisch signifikante Verbesserung der Krankheitsaktivität im Vergleich zu Placebo nachweisen konnten. Diese Ergebnisse unterstreichen das Potenzial von Ianalumab, die erste gezielte Therapie für diese chronische, behindernde Autoimmunerkrankung zu werden.

Die Sjögren-Krankheit ist eine schwerwiegende, fortschreitende Autoimmunerkrankung, die häufig unerkannt oder falsch diagnostiziert wird und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigt. Sie führt zu Entzündungen und Gewebeschäden im gesamten Körper, insbesondere an den exokrinen Drüsen, was bei über 90 Prozent der Patienten zu extremer Trockenheit, insbesondere von Augen und Mund, führt. Darüber hinaus leiden 30 bis 40 Prozent der Betroffenen an extraglandulären Symptomen, die Haut, Muskulatur, Nieren, Lunge oder andere Organe betreffen können. Das Risiko für Lymphome ist bei Patienten mit Sjögren erhöht. Die Krankheit gehört zu den häufigsten rheumatischen Autoimmunerkrankungen und betrifft etwa 0,25 Prozent der Bevölkerung, wobei schätzungsweise die Hälfte der Fälle unerkannt bleibt. Frauen sind neunmal häufiger betroffen als Männer.

Ianalumab, ein neuartiger monoklonaler Antikörper, wirkt durch einen dualen Mechanismus: Er zielt sowohl auf die Depletion von B-Zellen durch antikörperabhängige zelluläre Toxizität (ADCC) als auch auf die Unterbrechung BAFF-R-vermittelter Signale ab, die für das Überleben und die Funktion von B-Zellen entscheidend sind. Dieser Ansatz adressiert die zentrale Rolle der B-Zellen bei der Sjögren-Krankheit, die durch eine autoimmune Reaktion mit Entzündungen und Gewebeschäden gekennzeichnet ist. In den Studien zeigte Ianalumab nicht nur eine vielversprechende Wirksamkeit, sondern auch ein günstiges Sicherheitsprofil.

Die Studien NEPTUNUS-1 und NEPTUNUS-2 sind globale, multizentrische Phase-III-Studien, die die Wirksamkeit und Sicherheit von Ianalumab bei Patienten mit aktiver Sjögren-Krankheit untersuchen. NEPTUNUS-1 umfasste 275 Teilnehmer und verglich eine monatliche subkutane Dosis von 300 mg Ianalumab mit Placebo über 52 Wochen. NEPTUNUS-2, mit 504 Teilnehmern, testete zusätzlich eine Dosis alle drei Monate. Der primäre Endpunkt war eine Verbesserung der systemischen Krankheitsaktivität, gemessen durch den EULAR Sjögren’s Syndrome Disease Activity Index (ESSDAI). Beide Studien bestätigten eine signifikante Reduktion der Krankheitsaktivität. Teilnehmer haben die Möglichkeit, in den Studien weiter überwacht zu werden oder an einer Langzeitverlängerungsstudie teilzunehmen.

Novartis plant, die Ergebnisse von NEPTUNUS-1 und NEPTUNUS-2 auf einem kommenden medizinischen Kongress vorzustellen und Ianalumab, das von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA eine Fast-Track-Designation erhalten hat, weltweit für die Zulassung einzureichen. Derzeit gibt es keine zugelassenen systemischen Therapien für die Sjögren-Krankheit, sondern nur symptomatische Behandlungen mit begrenzter Wirkung, was den Bedarf an wirksamen zielgerichteten Therapien unterstreicht.

Ianalumab wird auch für andere B-Zell-getriebene Autoimmunerkrankungen wie systemischer Lupus erythematodes, immunthrombozytopenie und andere untersucht. Das Medikament stammt aus einer frühen Zusammenarbeit mit MorphoSys AG, einem Unternehmen, das Novartis 2024 übernommen hat.

Die Ergebnisse markieren einen wichtigen Fortschritt in der Behandlung der Sjögren-Krankheit und könnten das Leben vieler Betroffener verbessern. Novartis betont jedoch, dass die Zulassung und der kommerzielle Erfolg von Ianalumab von verschiedenen Faktoren abhängen, einschließlich weiterer klinischer Daten, regulatorischer Entscheidungen und Marktbedingungen.

Quelle: Novartis Pharmaceuticals Corporation