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Neuer Bluttest revolutioniert Diagnose von Kuhmilchallergie bei Kindern

Ein innovativer Bluttest könnte die Diagnose und Behandlung von Kuhmilchallergien bei Kleinkindern grundlegend verändern. Der Basophilenaktivierungstest (BAT), der die Reaktion von weißen Blutkörperchen auf Milchproteine untersucht, erweist sich als präziserer und kostengünstigerer Ansatz im Vergleich zu herkömmlichen Allergietests. Dies geht aus einer vom Medical Research Council (MRC) finanzierten Studie hervor, die von Forschern des King’s College London und des Guy’s and St. Thomas’ NHS Foundation Trust durchgeführt wurde.

Die Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Allergy, untersuchte die Genauigkeit des BAT bei 150 Kindern, die einem oralen Nahrungsmitteltest mit Kuhmilch unterzogen wurden. Im Vergleich zu Standardmethoden wie dem Haut-Pricktest und der Messung spezifischer Immunglobuline (IgE) zeigte der BAT eine höhere Treffsicherheit, insbesondere bei Kindern unter zwei Jahren. Er konnte zuverlässiger vorhersagen, welche Kinder auf gebackene oder frische Milch allergisch reagieren, und reduzierte den Bedarf an oralen Nahrungsmittelprovokationen, die derzeit zur Bestätigung der Diagnose eingesetzt werden.

Kuhmilchallergien betreffen etwa zwei bis drei Prozent der Babys und Kleinkinder und sind eine der Hauptursachen für nahrungsmittelbedingte Anaphylaxie. Herkömmliche Testmethoden führen häufig zu Überdiagnosen, was zu unnötiger Milchvermeidung und damit verbundenen Ernährungs- oder Entwicklungsproblemen führen kann. Der BAT hingegen bietet eine genauere Beurteilung der klinischen Allergie, indem er die Reaktion von Basophilen, einer Art weißer Blutkörperchen, auf Milchproteine misst. Die Studie zeigte, dass 88 von 100 Kindern bei gebackener Milch korrekt mit dem BAT diagnostiziert wurden, verglichen mit 69 beim IgE-Test und 64 beim Haut-Pricktest.

Ein weiterer Vorteil des BAT ist seine Kosteneffizienz: Er ist etwa fünfmal günstiger als orale Nahrungsmittelprovokationen. Zudem könnte der Test die Wartezeiten für solche Provokationen reduzieren und die sichere Wiedereinführung von Milch in die Ernährung von Kindern mit Kuhmilchallergie erleichtern, was die Entwicklung von Toleranz fördern und langfristige diätetische Einschränkungen verringern könnte.

Obwohl der BAT noch nicht routinemäßig in der klinischen Praxis eingesetzt wird, sehen die Forscher großes Potenzial in seiner breiteren Anwendung. Die Einführung des Tests könnte nicht nur die Diagnosegenauigkeit verbessern, sondern auch die emotionale und ernährungsbedingte Belastung für betroffene Familien lindern. Die Studienergebnisse sollen klinische Labore, Fachgesellschaften und Regulierungsbehörden dazu ermutigen, den BAT in die Routine-Diagnostik zu integrieren.