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Neue Therapie könnte HIV in Uganda wirksam bekämpfen

Eine multinationale, multiinstitutionelle Studie unter der Leitung von Forschern des Weill Cornell Medicine ergab bei einer Patientenpopulation in Uganda kaum natürliche Resistenz gegen eine neue HIV-Therapie namens Lenacapavir.

Die  am 30. Januar im Journal of Antimicrobial Chemotherapy veröffentlichte Studie ist ein weiterer Beleg dafür, dass Lenacapavir ein wirksames neues Mittel im weltweiten Medikamentenarsenal gegen HIV sein könnte. In Uganda leben etwa 1,5 Millionen Menschen mit HIV.

„Unsere Daten zeigen, dass nur 1,6 % der untersuchten Personen mit HIV-Stämmen leben, die bekannte, mit Lenacapavir assoziierte Resistenzmutationen aufweisen“, sagte die leitende Autorin  Dr. Guinevere Lee,  Assistenzprofessorin für Virologie in der Medizin an der Weill Cornell Medicine. „Das ist wichtig, weil es zeigt, dass Lenacapavir wahrscheinlich gegen in Ostafrika zirkulierende HIV-Stämme wirksam ist.“

Seit den 1990er Jahren konnten HIV-Medikamentenkombinationen, die auf verschiedene Phasen im Lebenszyklus des Virus abzielen, die Viruslast bei Patienten auf ein nahezu nicht nachweisbares Niveau senken. Doch die Arzneimittelresistenz wird zunehmend besorgniserregend, da das Virus Möglichkeiten entwickelt hat, bestehende Therapien zu verhindern. Lenacapavir ist jedoch das erste Medikament, das die schützende Kapsidschicht um das genetische Material (RNA) von HIV zerstört und so die Fähigkeit des Virus zur Reproduktion und Übertragung von Mensch zu Mensch blockiert.

Eine zweimal jährliche Behandlung mit Lenacapavir hat sich bei Patienten bewährt, die noch nie behandelt wurden, sowie bei Patienten mit HIV-Stämmen, die gegen andere Medikamente resistent sind. Im vergangenen Jahr  zeigten klinische Studien  , dass Lenacapavir-Injektionen bei HIV-negativen Frauen in Afrika südlich der Sahara eine 100-prozentige Wirksamkeit bei der Vorbeugung einer HIV-Infektion zeigten.

Allerdings lagen nur wenige Informationen über eine bereits bestehende Resistenz gegen Lenacapavir bei weniger gut untersuchten HIV-1-Stämmen wie Subtyp A1 und D vor, die häufiger in Ost- und Südafrika vorkommen. HIV-1-Stämme des Subtyps B, die vorwiegend in Europa und den USA vorkommen, weisen selten bereits bestehende Mutationen auf, die eine Resistenz gegen das Medikament Lenacapavir verursachen würden.