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Neue Hoffnung bei Glioblastom: Molekulare Diagnostik ermöglicht zielgerichtete Therapien

Eine multizentrische Studie der Medizinischen Fakultät Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg zeigt Fortschritte in der Behandlung von Glioblastomen. Die „NCT Neuro Master Match (N2M2)“-Studie untersuchte zielgerichtete Medikamente in der Ersttherapie neu diagnostizierter Glioblastome. Der Wirkstoff Temsirolimus, bereits bei Nierenkrebs zugelassen, erzielte positive Ergebnisse. Die in „Nature Medicine“ veröffentlichten Ergebnisse belegen, dass molekulare Diagnostik eine präzise Therapieauswahl in kurzer Zeit ermöglicht.

Glioblastome sind aggressive, unheilbare Hirntumoren. Die Standardtherapie aus Operation, Bestrahlung und Chemotherapie mit Temozolomid zeigt bei zwei Dritteln der Patienten aufgrund genetischer Resistenzen kaum Wirkung. In der Studie wurden 228 Patienten mit Temozolomid-resistenten Tumoren untersucht. Molekulare Analysen des Tumorgewebes, innerhalb von 26 Tagen ausgewertet, ermöglichten eine gezielte Medikamentenauswahl durch ein Molekulares Tumorboard.

Temsirolimus führte bei 39,1 Prozent der Patienten zu einem progressionsfreien Überleben von mindestens sechs Monaten, verglichen mit 18,5 Prozent in der Standardtherapiegruppe. Die mittlere Überlebenszeit betrug 15 Monate, etwa drei Monate länger als bei der Standardbehandlung. Die Ergebnisse markieren einen Fortschritt für Patienten mit begrenzten Therapieoptionen. Die Studie zeigt, dass präzisionsmedizinische Ansätze in der Ersttherapie umsetzbar sind, ohne die Strahlentherapie zu verzögern. Die Forscher streben an, zielgerichtete Therapien wie Temsirolimus als Standard zu etablieren.


Originalpublikation:
Wick W, Dettmer S, Berberich A, et al. N2M2 (NOA-20) phase I/II trial of molecularly matched targeted therapies plus radiotherapy in patients with newly diagnosed non-MGMT hypermethylated glioblastoma. Neuro Oncol. 2019;21(1):95-105. doi:10.1093/neuonc/noy161