|

Neue Erkenntnisse zu Lungeninfektionen bei Mukoviszidose

Eine aktuelle Studie der University of Washington und der University of Iowa, veröffentlicht am 5. August 2025 in der Zeitschrift Cell Host & Microbe, beleuchtet, warum Infektionen bei Mukoviszidose-Patienten trotz neuer Medikamente bestehen bleiben. Forscher untersuchten Proben aus verschiedenen Lungenbereichen von Patienten vor und nach der Behandlung mit sogenannten CFTR-Modulatoren, die die genetische Ursache der Krankheit angehen und die Lebensqualität vieler Betroffener deutlich verbessern.

Mukoviszidose führt zu zähem Schleim, der Bakterien in der Lunge einschließt und langfristig Schäden verursacht. Obwohl Modulatoren die Krankheitsursache effektiv behandeln, bleiben Infektionen bei den meisten Patienten bestehen. Um die Gründe zu erforschen, entnahmen die Wissenschaftler mithilfe von Bronchoskopen Proben aus unterschiedlich stark geschädigten Lungenregionen. Ein Jahr nach Behandlungsbeginn wurden dieselben Bereiche erneut untersucht, um Veränderungen in Infektion und Entzündung zu analysieren.

Lufteinschluss (rosa gefärbt) in der Lunge eines Mukoviszidose-Patienten vor der Behandlung mit einem CFTR-Modulator.

Credits:
R. Villacreses & D. Stolz Univ. of Iowa

Die Ergebnisse widerlegten die gängige Annahme, dass stark geschädigte Lungenbereiche die Hauptursache für persistierende Infektionen sind. Stattdessen zeigten die Daten, dass Infektionen und Entzündungen auch in wenig geschädigten Bereichen fortbestehen. Erfreulich war, dass in Fällen, in denen Infektionen verschwanden, die Entzündung fast vollständig zurückging, was zukünftige Lungenschäden reduzieren könnte. Die Studie deutet jedoch darauf hin, dass Bakterien sich möglicherweise an die Behandlung anpassen und in allen Lungenbereichen überleben, was die Lungenfunktion weiter gefährden könnte. Eine alternative Hypothese ist, dass Bakterien von stark geschädigten Bereichen in gesündere Regionen wandern.

Die Forscher betonen, dass die Ergebnisse neue Fragen aufwerfen und weitere Untersuchungen nötig sind, um die Mechanismen der Infektionspersistenz zu verstehen. Die Studie wurde von der Cystic Fibrosis Foundation und den National Institutes of Health finanziert und liefert wichtige Ansätze für zukünftige Therapien, die gezielt auf persistierende Infektionen abzielen könnten.

DOI

10.1016/j.chom.2025.07.009

Ähnliche Beiträge