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Neue Erkenntnisse zu Alzheimer-Forschung auf der AAIC 2025 in Toronto

Auf der Alzheimer’s Association International Conference® (AAIC®) 2025 in Toronto wurden bahnbrechende Forschungsergebnisse vorgestellt, die das Verständnis von Risiko, Diagnose und Behandlung von Alzheimer und anderen Demenzen vorantreiben. Die Konferenz zog rund 19.000 Teilnehmer an und präsentierte über 6.400 wissenschaftliche Beiträge. Zu den Highlights gehören:

  • U.S. POINTER-Studie: Zwei Lebensstil-Interventionen verbesserten die kognitiven Fähigkeiten älterer Menschen mit Demenzrisiko. Strukturierte Interventionen mit intensiver Betreuung zeigten stärkere Effekte als selbstgesteuerte Maßnahmen und verzögerten den altersbedingten kognitiven Abbau um bis zu zwei Jahre. Über 30 % der Teilnehmer stammten aus unterrepräsentierten Gruppen.
  • Erste Richtlinie für Blut-Biomarker: Die Alzheimer’s Association veröffentlichte die erste evidenzbasierte klinische Leitlinie für den Einsatz von Blut-Biomarkern (BBM) zur Diagnose von Alzheimer. Diese empfiehlt BBM als Triage-Instrument bei einer Sensitivität von mindestens 90 % und Spezifität von 75 %, wobei positive Ergebnisse durch Liquor- oder PET-Tests bestätigt werden müssen.
  • Kardiovaskuläre Medikamente: Studien zeigen, dass die Kombination von Medikamenten gegen Bluthochdruck, Cholesterin und Diabetes den kognitiven Abbau verlangsamen kann. Teilnehmer, die alle drei Medikamente einnahmen, wiesen die stärksten kognitiven Vorteile und weniger Alzheimer-typische Hirnveränderungen auf.
  • Blei-Exposition: Eine Studie mit über 600.000 Teilnehmern fand einen Zusammenhang zwischen Bleiexposition in den 1960er- und 1970er-Jahren und Gedächtnisproblemen 50 Jahre später. 17–22 % der Betroffenen in belasteten Regionen berichteten über kognitive Beeinträchtigungen.
  • APOE4-Genträger: Träger des Alzheimer-Risikogens APOE4 profitierten besonders von Lebensstil-Interventionen wie Gehen, was den kognitiven Abbau signifikant verzögerte.
  • SNAP-Programm: Teilnehmer des US-amerikanischen Lebensmittelhilfeprogramms SNAP zeigten eine um 0,1 % langsamere kognitive Verschlechterung, was langfristig zwei bis drei Jahre zusätzliche kognitive Gesundheit bedeuten kann.
  • Neue Alzheimer-Medikamente: Reale Daten bestätigen die Sicherheit und Wirksamkeit der Anti-Amyloid-Medikamente Lecanemab und Donanemab, mit hoher Patientenzufriedenheit.
  • Geschlechtsspezifische Unterschiede: Studien zeigen, dass Frauen nach traumatischen Hirnverletzungen stärkere Hirnatrophie in demenzrelevanten Regionen aufweisen. Zudem wurde ein Zusammenhang zwischen Chemotherapie bei Brustkrebs und kognitiven Beeinträchtigungen („Chemobrain“) bei Frauen bestätigt.

Die AAIC 2025 unterstreicht die Bedeutung von Lebensstil, neuen Diagnoseverfahren und Therapien im Kampf gegen Alzheimer. Weitere Informationen: www.alz.org/aaic.


Quelle: Alzheimer’s Association