Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Essen haben eine vielversprechende Schwachstelle in Tumoren mit Mutationen im Tumorsuppressorgen BAP1 identifiziert, die mit aggressiven Krebsarten wie Aderhautmelanom und Nierenkrebs assoziiert sind. Dr. Samuel Peña-Llopis und Dr. Silvia Vega-Rubin-de-Celis veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Autophagy“ und zeigten einen neuen Behandlungsansatz mit bereits bekannten Wirkstoffen auf.
Die Wissenschaftler stellten fest, dass BAP1-Mutationen das Protoonkogen SRC aktivieren und die Autophagie, den zellulären Selbstreinigungsprozess, stören. In Laborversuchen und Tumororganoiden, die aus Patientenmaterial erstellt wurden, gelang es ihnen, diesen Effekt gezielt zu beeinflussen. Durch die Kombination von SRC-Inhibitoren wie Dasatinib und Saracatinib mit Autophagie-fördernden Wirkstoffen wie Tat-BECN1 und SW076956 konnten sie synergistische Effekte erzielen, die das Tumorwachstum bei BAP1-defizienten Tumoren effektiv hemmten.
Dieser personalisierte Therapieansatz kombiniert Kinase-Inhibitoren mit Autophagie-Induktoren und eröffnet neue Perspektiven für die Behandlung von BAP1-mutierten Tumoren. Die Ergebnisse wurden durch umfangreiche Förderung unterstützt, darunter das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), das EU-Programm „Horizont 2020“, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Deutsche Krebshilfe sowie universitäre Förderprogramme. Die Kombinationstherapie wurde bereits patentiert, und die Forschenden planen, die Ergebnisse in klinische Studien zu überführen, um die Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene weiter zu verbessern.
