Mit Mikroelektroden wurden an der TU Wien Nervenzellen der Netzhaut untersucht. Sie zeigen ein erstaunlich stabiles Verhalten – eine gute Nachricht für Retina-Implantate.
Als „Außenstation des Gehirns“ wird die Retina oft bezeichnet – schließlich finden wichtige Schritte der visuellen Signalverarbeitung nicht erst im Großhirn, sondern schon in den Nervenzellen im Auge statt. Wenn Licht auf die Netzhaut fällt, werden Sensor-Zellen aktiv und schicken elektrische Signale an Schichten von Nervenzellen, die sich direkt dahinter befinden. Von dort schließlich werden Signale ans Gehirn weitergeleitet.
Unklar war bisher aber, wie die Signale der Netzhaut von den nachgeschalteten Nervenzellen genau verarbeitet werden. Experimente an der TU Wien zeigen nun: Die Nervenzellen der Netzhaut (die sogenannten retinalen Ganglienzellen) können unterschiedliche Rollen einnehmen und übernehmen damit wichtige und individuell unterschiedliche Aufgaben für das Sehen. Diese Fähigkeit behalten sie sogar dann, wenn Teile der Netzhaut degenerieren – eine gute Nachricht für die Wiederherstellung des Sehvermögens in blinden Menschen etwa mittels elektronischer Retina-Implantate.
https://www.jneurosci.org/content/early/2024/11/06/JNEUROSCI.1592-24.2024
