Nanobodies, auch Single-Domain-Antikörper genannt, bieten neue Ansätze für die Bewertung und Behandlung der Alzheimer-Krankheit (AD). Sie verbinden Vorteile herkömmlicher Antikörper mit kleinen Molekülen: geringe Größe, hohe Stabilität und Spezifität. In präklinischen Modellen neutralisieren sie toxische Amyloid-?-Oligomere, hemmen die Tau-Generierung und -Aggregation sowie modulieren Neuroinflammation.
Derzeit fehlt direkte klinische Evidenz bei AD-Patienten, doch präklinische Ergebnisse zeigen Wirksamkeit bei der Clearance von A? und Tau, Erhaltung von Synapsen und Normalisierung von Biomarkern. Fortgeschrittene Engineering-Methoden wie intranasale oder intrathekale Verabreichung, rezeptorvermittelte Transport, Bindung an Plasmaproteine oder fokussierter Ultraschall verbessern die Hirnpenetration. Für präzisere Lieferung, längere Halbwertszeit und höhere Wirksamkeit werden Nanobodies mit Nanopartikeln, Dendrimeren, Liposomen oder viralen Vektoren kombiniert.
Nanobodies gehen über Monotherapie hinaus: Sie dienen als Basis für bispezifische und trispezifische Plattformen, CRISPR/Cas9-Editing und KI-gestützte Technologien. Im Vergleich zu FDA-zugelassenen Anti-A?-Antikörpern wie Aducanumab, Lecanemab und Donanemab bieten sie Chancen, aber Lücken in Sicherheit, Halbwertszeit und Lieferung müssen geschlossen werden.
Der Review beleuchtet molekulare Mechanismen, aufstrebende Strategien und Lieferplattformen und unterstreicht das Potenzial als Therapeutika und Diagnostika in der Alzheimer-Behandlung.
(Quelle: Antibodies 2026, 15, 1, doi.org/10.3390/antib15010001)
