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Nachtlärm erhöht Cholesterin- und Lipidwerte im Blut

Langfristige Exposition gegenüber nächtlichem Verkehrslärm ist mit Veränderungen im Blutfettstoffwechsel assoziiert – insbesondere mit höheren Werten von Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und anderen lipidbezogenen Metaboliten. Das zeigt eine große europäische Studie der Universität Oulu, die in Environmental Research veröffentlicht wurde.

Das Forschungsteam analysierte Daten von 272.229 Erwachsenen ab 31 Jahren aus drei großen Kohorten: UK Biobank, Rotterdam Study und Northern Finland Birth Cohort 1966. Die nächtliche Lärmbelastung an den Wohnadressen wurde mithilfe nationaler Lärmkarten modelliert. Blutproben wurden mit hochauflösender NMR-Metabolomik auf 155 Biomarker untersucht.

Ergebnisse: Ab einer nächtlichen Lärmbelastung von etwa 50 Dezibel zeigten sich messbare Veränderungen bei Cholesterin und Lipiden – mit steigender Lärmintensität wurden die Effekte deutlicher. Besonders ausgeprägt waren die Veränderungen ab 55 Dezibel.

„Die Veränderungen sind für das Individuum gering, doch bei Millionen Betroffenen könnte der Effekt auf die öffentliche Gesundheit erheblich sein“, erklärt Erstautorin Yiyan He. Seniorautor Sylvain Sebert betont: „Die Ergebnisse liefern biologische Belege für den Zusammenhang zwischen Verkehrslärm und kardiometabolischen Erkrankungen.“

Die Studie ist Teil des EU-Projekts LongITools und unterstreicht die Notwendigkeit von Maßnahmen wie lärmarmer Stadtplanung und besserem Schallschutz in Schlafräumen.

Verifizierte Quelle:

  • https://www.oulu.fi/en/news/study-links-traffic-noise-higher-cholesterol-and-lipid-levels-blood (Pressemitteilung Universität Oulu, 11. Februar 2026)
  • Fachartikel: Environmental Research, DOI 10.1016/j.envres.2026.123887 (2026)