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Nachrichtenagentur: Nationaler Krebspräventionsgipfel in Berlin legt Grundstein für langfristige Strategie

Berlin, 18. Juni 2025 – Beim ersten Nationalen Krebspräventionsgipfel in Berlin haben rund 40 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Gesundheitswesen, Zivilgesellschaft und Politik die Weichen für eine umfassende Krebspräventionsstrategie in Deutschland gestellt. Veranstaltet von der Deutschen Krebshilfe und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Zusammenarbeit mit dem Tagesspiegel-Verlag, erarbeitete das Gremium konkrete Handlungsempfehlungen für die neue Bundesregierung. Ziel ist es, das Potenzial der Krebsprävention auszuschöpfen, da nach aktueller Forschung etwa 40 Prozent der Krebsneuerkrankungen vermeidbar wären. Der Gipfel soll künftig jährlich stattfinden, um die Umsetzung der Maßnahmen zu überwachen und weiterzuentwickeln.

Evidenzbasierte Strategie mit hohem Potenzial

„Wir wollen eine langfristige Krebspräventionsstrategie entwickeln, die auf wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen basiert“, erklärte Prof. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ. Die Wirksamkeit der erarbeiteten Maßnahmen soll durch unabhängiges, wissenschaftliches Monitoring sichergestellt und regelmäßig an neue Forschungsergebnisse angepasst werden. Die Deutsche Krebshilfe und das DKFZ arbeiten seit 2019 strategisch zusammen, um die Krebsprävention in Deutschland voranzutreiben. Ein Meilenstein ist die Errichtung des Nationalen Krebspräventionszentrums in Heidelberg, das Forschung, Bildung, Öffentlichkeitsarbeit und Politikberatung bündelt.

Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe, betonte die gestiegene Sichtbarkeit des Themas: „Das Nationale Krebspräventionszentrum und zahlreiche Initiativen haben die Aufmerksamkeit für Krebsprävention erhöht. Nun müssen die Erkenntnisse flächendeckend umgesetzt werden. Dafür braucht es eine hohe Priorität auf der politischen Agenda und eine Integration in alle relevanten Politikfelder.“

Fünf Handlungsfelder für eine präventionsorientierte Zukunft

Der Gipfel definierte fünf zentrale Handlungsfelder, die die Grundlage der Strategie bilden:

  1. Verankerung von Krebsprävention im Bildungssystem: Aufklärung über gesunde Lebensweisen und Risikofaktoren soll frühzeitig in Schulen und Bildungseinrichtungen etabliert werden.
  2. Strukturen für eine präventionsförderliche Gesellschaft: Es sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die gesundheitsförderndes Verhalten erleichtern, etwa durch besseren Zugang zu Sport- und Ernährungsangeboten.
  3. Zielgruppenspezifische Angebote: Präventionsmaßnahmen sollen gezielt auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, etwa Kinder, Senioren oder sozioökonomisch benachteiligte Gruppen, zugeschnitten werden.
  4. Forschung in die Praxis überführen: Ergebnisse aus der Präventionsforschung sollen schneller und effektiver in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden.
  5. Politische und ökonomische Priorisierung: Krebsprävention soll in der Gesundheitspolitik und im Haushalt eine zentrale Rolle einnehmen.

Diese Handlungsfelder werden in den kommenden Monaten von Expertengruppen weiter ausgearbeitet. Im Herbst 2025 sollen die finalen Empfehlungen veröffentlicht und politischen Entscheidungsträgern übergeben werden. „Die Politik ist dann gefordert, diese Vorschläge umzusetzen, um die Krebsprävention auf ein neues Niveau zu heben“, so Nettekoven.

Das Nationale Krebspräventionszentrum als Motor

Das 2019 gegründete Nationale Krebspräventionszentrum in Heidelberg ist eine zentrale Säule der Strategie. Gefördert von der Deutschen Krebshilfe mit 25 Millionen Euro, vereint es Forschung, Weiterbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Politikberatung unter einem Dach. Es dient als Drehscheibe für die Weiterentwicklung der Krebsprävention und soll innovative Ansätze in die Praxis überführen. „Das Zentrum ist ein Leuchtturmprojekt, das Deutschland in der Präventionsforschung an die Spitze bringen wird“, betonte Baumann.

Ein Aufruf zur Zusammenarbeit

Der Nationale Krebspräventionsgipfel markiert einen Wendepunkt in der deutschen Gesundheitspolitik. Mit der Etablierung einer jährlichen Plattform schaffen Deutsche Krebshilfe und DKFZ ein Forum, das die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft stärkt. Die Handlungsempfehlungen sollen nicht nur die Zahl der Krebsneuerkrankungen reduzieren, sondern auch die Lebensqualität der Bevölkerung nachhaltig verbessern. Die Veranstalter betonten, dass der Erfolg der Strategie von der Bereitschaft aller Akteure abhängt, Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen.

Die Ergebnisse des Gipfels und die Arbeit des Nationalen Krebspräventionszentrums werden im Herbst 2025 in einer breiten Öffentlichkeitskampagne vorgestellt, um die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren. Weitere Informationen sind auf www.krebspraevention.de verfügbar.