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eRezept-Aktualisierung zu BTM-Rezepten, T-Rezepten und strukturierter Dosieranweisung zur Kommentierung freigegeben

Berlin, 18. Juni 2025 – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat eine überarbeitete Version der Vorgaben für das elektronische Rezept (eRezept) zur öffentlichen Kommentierung freigegeben. Die Aktualisierung umfasst Anpassungen für Betäubungsmittelrezepte (BTM-Rezepte), T-Rezepte sowie die Einführung strukturierter Dosieranweisungen. Die Kommentierung ist bis zum 1. August 2025 unter https://hub.kbv.de/display/EREZEPT möglich, die neuen Vorgaben sollen ab dem 1. April 2026 gelten.

Anpassungen für BTM- und T-Rezepte

Die Weiterentwicklung des eRezepts zielt darauf ab, die Digitalisierung der Arzneimittelverordnung um Betäubungsmittel- und T-Rezepte zu erweitern, die bisher nur als Papierrezept ausgestellt werden dürfen. In der Technischen Anlage eRezept wurden hierfür folgende Änderungen vorgenommen:

  • Integration spezifischer Profile: Neue Profile wie KBV_EX_ERP_Narcotic, KBV_CS_ERP_Narcotic_Label, KBV_VS_ERP_Narcotic_Label und KBV_EX_ERP_Teratogenic wurden eingeführt, um die Anforderungen von BTM- und T-Rezepten abzubilden.
  • Anpassung des Verordnungsprofils: Das Profil KBV_PR_ERP_Prescription wurde um Extensions für BTM- und T-Rezept-Angaben erweitert. Zudem wurde die Angabe zur erwarteten Versorgungsdauer (MedicationRequest.dispenseRequest.expectedSupplyDuration) angepasst, um die Reichdauer dieser Rezepte zu übertragen.
  • Erweiterung weiterer Profile: Die Profile KBV_PR_ERP_PracticeSupply und KBV_PR_ERP_Bundle wurden angepasst, um die spezifischen Bedingungen von BTM- und T-Rezept-Verordnungen zu berücksichtigen.

Diese Änderungen sollen die elektronische Verordnung von Betäubungsmitteln und teratogenen Substanzen ab Juli 2025 ermöglichen, wobei eine Testphase in Modellregionen bereits ab Oktober 2024 geplant war, jedoch aufgrund fehlender Haushaltsmittel verschoben wurde.

Strukturierte Dosieranweisungen für mehr Präzision

Ein weiterer Schwerpunkt der Aktualisierung ist die Einführung strukturierter Dosieranweisungen, um die Verordnung und Interpretation von Medikamentendosierungen einheitlicher und interoperabler zu gestalten. Die Änderungen umfassen:

  • Neue Profile für Dosierungen: Profile wie KBV_PR_ERP_Dosage_FreeText, KBV_PR_ERP_Dosage_DailyFourScheme, KBV_PR_ERP_Dosage_DailyTime, KBV_PR_ERP_Dosage_Interval und KBV_PR_ERP_Dosage_Weekday wurden eingeführt, um verschiedene Dosierungsszenarien abzudecken. Ergänzend wurden Codesysteme und Wertelisten wie KBV_VS_ERP_DosageInstruction_UnitsOfTime_German definiert.
  • Anpassung bestehender Strukturen: Die Extension KBV_EX_ERP_DosageFlag wurde überarbeitet, und die Dosierungskennzeichnung wurde vom Bereich MedicationRequest.dosageInstruction auf MedicationRequest verschoben. Bestehende Einschränkungen unter dosageInstruction wurden entfernt, um die neuen Dosierungsprofile zu integrieren.
  • Erweiterung des Bundle-Profils: Das Profil KBV_PR_ERP_Bundle wurde angepasst, um die Bedingungen strukturierter Dosierungen abzubilden.

Die KBV hat Rückmeldungen aus der vorherigen Kommentierung (Version 1.2.0) genutzt, um einen stufenweisen Ansatz für strukturierte Dosierungen zu entwickeln. Der aktuelle Vorschlag reduziert die komplexen Möglichkeiten des FHIR-Standards auf ein klar definiertes Set, um Transparenz und Einheitlichkeit zu gewährleisten. Interessierte sind eingeladen, sich aktiv an der Gestaltung zu beteiligen, da der Entwurf noch in Abstimmung ist.

Öffentliche Kommentierung bis 1. August 2025

Die überarbeiteten Vorgaben, einschließlich der Technischen Anlage eRezept und der FHIR-Profile, stehen auf https://hub.kbv.de/display/EREZEPT zur Einsicht und Kommentierung bereit. Die aktualisierten FHIR-Profile sind zudem unter https://simplifier.net/eRezept und https://update.kbv.de/ita-update/DigitaleMuster/ERP/Q2_2026/ verfügbar. Die Kommentierung ist für alle Interessierten offen und soll ein breites Meinungsbild ermöglichen, insbesondere zur strukturierten Dosierung.

Bedeutung für die Digitalisierung

Die Anpassungen sind ein weiterer Schritt in der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Durch die Integration von BTM- und T-Rezepten wird der Verordnungsprozess sicherer und effizienter, da digitale Übertragungen mehrfach verschlüsselt werden. Strukturierte Dosieranweisungen erhöhen die Präzision und reduzieren Missverständnisse, was die Patientensicherheit stärkt. Die Verschiebung der BTM-Rezept-Einführung aufgrund finanzieller Engpässe zeigt jedoch, dass die Digitalisierung weiterhin Herausforderungen birgt.

Die KBV ruft alle Beteiligten auf, sich an der Kommentierung zu beteiligen, um die Vorgaben praxistauglich und zukunftssicher zu gestalten. Die finalen Anpassungen sollen nach Auswertung der Rückmeldungen im April 2026 in Kraft treten.