Bei der Zellteilung bilden sich mitotische Spindeln – winzige Fasern, die an entgegengesetzten Polen der Zelle entspringen und an die Chromosomen binden, um jeweils einen Vertreter jedes Schwesterchromatids in eine der beiden entstehenden Zellen zu ziehen. Damit es bei der Zellteilung nicht zu Fehlern kommt, gibt es ein ausgeklügeltes Überwachungssystem. Dieses sendet ein „Stopp! Noch nicht teilen!“-Signal an die Zelle, solange noch nicht alle Chromosomen korrekt an die mitotische Spindel gebunden sind.
Forscher der Universität Duisburg-Essen (UDE) und Kollegen vom Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie in Dortmund konnten nun neue Einblicke in den molekularen Mechanismus dieses Überwachungssystems gewinnen. Sie fanden heraus, wie der Initiator des Stoppsignals, eine Proteinkinase namens Mps1, an die Anheftungsstelle der Chromosomen gebunden wird und erst dann wieder gelöst wird, wenn die Chromosomen korrekt an die mitotische Spindel gebunden sind. Die im Sonderforschungsbereich 1430 Molekulare Mechanismen von Zellzustandsübergängen an der UDE durchgeführte Studie beantwortet seit langem bestehende Fragen zum Mechanismus des molekularen Stoppsignals und seiner Abschaltung: „Wir konnten feststellen, dass Mps1 neben der Auslösung des Stoppsignals auch an weiteren Prozessen der Chromosomenteilung beteiligt ist“, erklärt Richard Pleuger, Erstautor aus der Forschungsgruppe Molekulare Genetik I von Prof. Dr. Stefan Westermann. „Mit den von uns etablierten Mutanten könnten künftig weitere, noch wenig verstandene Aspekte untersucht werden.“
https://doi.org/10.1016/j.cub.2024.03.062
