Osteoporose ist eine degenerative Erkrankung, die durch verringerte Knochenmasse und Schäden an der Knochenmikroarchitektur sowie erhöhte Knochenbrüchigkeit gekennzeichnet ist. Frühere Forschungen haben gezeigt, dass die konservierte microRNA-378 (miR-378) die Osteogenese von Knochenmarkstromazellen (BMSC) unterdrückt und die Frakturheilung behindert, ihre genaue Rolle bei Osteoporose ist jedoch unklar.
Diese im Journal „Genes & Diseases“ veröffentlichte Forschung von einem Team der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und der Chinesischen Universität Hongkong untersuchte miR-378 in einem durch Ovariektomie (OVX) induzierten Osteoporosemodell und erforschte sowohl die Osteoklastogenese als auch die Osteogenese.
Dreidimensionale Bildgebung und histologische Färbung zeigten, dass miR-378-überexprimierende transgene (Tg) Mäuse nach einer OVX-Operation eine signifikant geringere Knochenmineraldichte, dünnere Trabekel und eine verringerte Kalziumablagerung aufwiesen. Darüber hinaus steigerte miR-378 die Osteoklastenbildung in BMSCs durch Aktivierung des kanonischen und des nicht-kanonischen NF-?B-Signalwegs (Nuclear Factor Kappa-Light Chain Enhancer of Activated B).
In-silico- Analyseergebnisse identifizierten den Tumornekrosefaktor-Rezeptor-assoziierten Faktor 3 (Traf3) als eines der direkten Zielgene für miR-378-5p und sein Knockdown kann zu schwerer Osteoklastenbildung führen. Weitere Experimente zeigten, dass die Überexpression von miR-378 den Transforming Growth Factor Beta (TGF?) erhöhte, was die Osteogenese in BMSCs durch Herunterregulieren der Wnt/?-Catenin-Signalgebung in einer Traf3-abhängigen Weise beeinträchtigte.
Bemerkenswerterweise kehrte die intravenöse Injektion einer lentiviralen Anti-miR-378-Therapie per Schwanzveneninjektion den Knochenverlust um, stellte die Knochenbildungsrate wieder her und reduzierte die Osteoklastenzahl, wodurch sich die Knochenmikroarchitektur in OVX-Mäusen signifikant verbesserte.
Während diese gesammelten Daten die Schlüsselrolle von miR-378 bei OVX-induzierter Osteoporose hervorheben, sind weitere Studien erforderlich, um die Wirksamkeit der Anti-miR-378-Therapie bei Wildtyp-Mäusen zu bestätigen. Zusammenfassend könnte die gezielte Behandlung von miR-378 eine Strategie mit doppelter Wirkung bieten, die gleichzeitig die Knochenresorption hemmt und die Knochenbildung fördert. Diese doppelte Wirkung positioniert miR-378-Inhibitoren als attraktive Kandidaten für Osteoporosetherapien der nächsten Generation, insbesondere für Frauen nach der Menopause.
