Forscher der Tel Aviv University haben einen Mechanismus entdeckt, durch den Melanomzellen Immunzellen außer Gefecht setzen. Die Krebszellen sezernieren extrazelluläre Vesikel, die an Lymphozyten binden und deren Aktivität blockieren oder sie sogar abtöten.
Melanom ist die tödlichste Form von Hautkrebs. In frühen Stadien teilen sich melanozytäre Zellen unkontrolliert in der Epidermis, später infiltrieren sie die Dermis und metastasieren. Frühere Studien zeigten, dass Melanomzellen große Vesikel namens Melanosomen abgeben, die ein günstiges Milieu für die Ausbreitung schaffen.
Die neue Studie identifizierte auf der Vesikeloberfläche einen Liganden, der spezifisch an Rezeptoren auf killer-T-Zellen bindet. Die Vesikel haften an den Immunzellen, stören deren Funktion und verhindern den Angriff auf den Tumor.
Die internationale Zusammenarbeit mit Instituten aus Israel, den USA, Belgien, Frankreich und der Schweiz bestätigte den Mechanismus. Die Entdeckung eröffnet Ansätze für Immuntherapien: Stärkung der Immunzellen gegen den Vesikelangriff oder Blockade der Bindungsmoleküle, um den Tumor verwundbar zu machen.
Originalpublikation: Levy, C. et al. Cell (2025). https://doi.org/10.1016/j.cell.2025.11.020.
