Künstliche Intelligenz, die so intelligent ist wie der Mensch, könnte dank psychologischer Lernmodelle in Kombination mit bestimmten Arten von KI möglich werden. Zu diesem Schluss kommt Robert Johansson, der in seiner Dissertation an der Universität Linköping das Konzept der Maschinenpsychologie und ihren möglichen Beitrag zur KI-Entwicklung entwickelt hat.
Künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) ist seit den 1950er Jahren der heilige Gral der KI-Forschung. Bislang ist es der Menschheit nicht gelungen, eine künstliche Intelligenz zu erschaffen, die intellektuelle Aufgaben auf die gleiche Weise lösen kann wie Menschen. Einige Wissenschaftler glauben jedoch, dass dies bereits innerhalb der nächsten fünf Jahre geschehen könnte.
Einer von ihnen ist Robert Johansson, der kürzlich seine Doktorarbeit in Informatik an der Universität Linköping verteidigt hat. Doch anders als die düsteren Zukunftsszenarien, die in der Populärkultur oft über AGI heraufbeschworen werden, glaubt er, dass sie der Menschheit von Nutzen sein kann.
„Ja, da bin ich mir sicher! Es verändert alles, was wir tun, und ist nicht nur eine Fortsetzung der gewöhnlichen KI – es ist etwas völlig anderes. Ich denke, AGI wird einen weitreichenden Einfluss auf die Gesellschaft haben, und zwar auf eine ganz andere Art und Weise als die heutige KI. Man kann einen neuen Agententyp erschaffen, wie etwa virtuelle Forscher oder Psychologen – aber auch vieles mehr“, sagt Robert Johansson.
Gleichzeitig sieht er Herausforderungen bei der technologischen Entwicklung in einer unruhigen Welt. AGI könnte für verschiedene Zwecke eingesetzt werden, zum Beispiel, um Spaltung in der Gesellschaft zu schaffen.
„Es ist eine Technologie, mit der wir wirklich vorsichtig umgehen müssen. Andererseits denke ich auch, dass künstliche allgemeine Intelligenz dazu beitragen kann, mehrere destruktive Entwicklungen in der Gesellschaft zu bekämpfen. Sie könnte uns Menschen helfen, liebevoller zu werden. Ich bin offen dafür, dass uns AGI auch in dieser Hinsicht helfen kann“, sagt Robert Johansson.
Doch die Entwicklung einer künstlichen Intelligenz auf dem gleichen Niveau wie der Mensch ist eine enorme Herausforderung. Verschiedene Forscher versuchen, das Problem auf unterschiedliche Weise anzugehen. Einige glauben, dass groß angelegte Sprachmodelle wie ChatGPT der richtige Weg sind, während andere vorschlagen, das Gehirn zu simulieren. Der Weg, den Robert Johansson gewählt hat, kann als prinzipienbasiert bezeichnet werden. Das bedeutet, dass er versucht hat, wichtige psychologische Lernprinzipien zu identifizieren, die Intelligenz erklären könnten, und diese dann in einem Computer umzusetzen.
http://dx.doi.org/10.3384/9789179295066

