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Marktversagen bei In-vitro-Diagnostik gefährdet Versorgungssicherheit

Der Markt für In-vitro-Diagnostika (IVD) in Deutschland steht laut einer aktuellen Analyse vor erheblichen Problemen. Obwohl IVD mit rund 6,3 Milliarden Euro nur einen kleinen Anteil an den Gesundheitsausgaben ausmachen, sind sie für die medizinische Versorgung unverzichtbar.

Die Studie hebt hervor, dass insbesondere Monopolbildungen, hohe Markteintrittsbarrieren und Informationsasymmetrien zu Problemen führen. Neue regulatorische Anforderungen wie die EU-Verordnung IVDR erschweren es kleinen Anbietern, innovative Tests auf den Markt zu bringen.

Gleichzeitig entstehen durch die starke Automatisierung in Laboren Abhängigkeiten von einzelnen Herstellern. Die Informationsasymmetrie zwischen Patienten, Ärzten und Anbietern erschwert die Qualitätsbewertung diagnostischer Leistungen. Die Autorin empfiehlt gezielte Maßnahmen wie staatliche Förderung für seltene Erkrankungen und eine Stärkung der externen Qualitätskontrolle, warnt jedoch vor pauschalen oder übermäßigen Eingriffen. Transparenz und differenzierte Regulierung gelten als Schlüssel zur Sicherung einer hochwertigen und nachhaltigen IVD-Versorgung.


Quelle: Nathalie Weiss, „Marktversagen im Bereich der In-vitro-Diagnostik – Ursachen, Folgen und mögliche Gegenmaßnahmen“, GMS Laboratory Journal, 2024.