Am Hamburger Hauptbahnhof sorgte am Mittwoch ein Verdachtsfall auf das gefährliche Marburg-Virus für Aufregung. Ein Medizinstudent, der kürzlich in Ruanda einen infizierten Patienten behandelt hatte, zeigte während einer Zugfahrt von Frankfurt nach Hamburg grippeähnliche Symptome[1][5]. Er und eine Begleitperson wurden isoliert und in ein Krankenhaus gebracht. Dieser Vorfall wirft die Frage auf, wie schnell sich eine Marburg-Virus-Epidemie in Deutschland ausbreiten könnte.
Geringes Risiko einer schnellen Ausbreitung
Das Risiko einer raschen Ausbreitung des Marburg-Virus in Deutschland ist aus mehreren Gründen als sehr gering einzustufen:
Übertragungsweg: Das Marburg-Virus wird nicht wie Grippe oder Covid-19 durch Tröpfchen oder Aerosole übertragen, sondern durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen[2]. Dies begrenzt die Ausbreitungsmöglichkeiten erheblich.
Frühe Erkennung: Die Symptome des Marburg-Fiebers treten relativ schnell und deutlich auf, was eine frühe Erkennung und Isolation von Infizierten ermöglicht[2].
Medizinische Infrastruktur: Deutschland verfügt über ein gut ausgebautes Gesundheitssystem mit Erfahrung in der Behandlung hochinfektiöser Krankheiten.
Kontaktverfolgung: Bei einem bestätigten Fall würden sofort umfangreiche Kontaktverfolgungsmaßnahmen eingeleitet[4].
Faktoren, die eine Ausbreitung begünstigen könnten
Dennoch gibt es Faktoren, die eine potenzielle Ausbreitung begünstigen könnten:
Inkubationszeit: Die Inkubationszeit des Marburg-Virus beträgt 2 bis 21 Tage[2]. In dieser Zeit könnten infizierte Personen unwissentlich reisen und andere anstecken.
Hohe Mobilität: Die gute Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ermöglicht schnelle Reisen zwischen Städten, was die geografische Ausbreitung beschleunigen könnte.
Anfängliche Fehldiagnosen: Da die Symptome zunächst grippeähnlich sind, besteht die Gefahr von Fehldiagnosen in der Frühphase[1].
Schlussfolgerung
Experten schätzen das Risiko einer großflächigen Ausbreitung des Marburg-Virus in Deutschland als äußerst gering ein[2]. Die Virologin Isabella Eckerle betont: „Das Risiko einer importierten Infektion oder gar eines Ausbruchs bei uns ist extrem gering“[2].
Dennoch zeigt der aktuelle Verdachtsfall in Hamburg, wie wichtig Wachsamkeit und schnelles Handeln im Umgang mit hochinfektiösen Krankheiten sind. Die bestehenden Schutzmaßnahmen und Protokolle in Deutschland sind darauf ausgelegt, potenzielle Ausbrüche frühzeitig zu erkennen und einzudämmen.
Quellen:
[1] Marburg-Fieber-Verdacht: Teile des Hamburger Hauptbahnhofes … https://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/marburg-fieber-verdacht–teile-des-hamburger-hauptbahnhofes-gesperrt-35114454.html
[2] Was man über das Marburg-Virus wissen sollte – Tagesspiegel https://www.tagesspiegel.de/wissen/verdacht-auf-marburg-fieber-in-hamburg-besteht-gefahr-fur-deutschland-12476606.html
[3] Bereits zehn Tote: Tödliches Marburg-Virus greift in Ruanda um sich https://www.n-tv.de/wissen/Toedliches-Marburg-Virus-greift-in-Ruanda-um-sich-article25265952.html
[4] Hamburg: Verdacht auf Infektion – Personen im Krankenhaus – ZDF https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/hamburg-hauptbahnhof-infektion-marburg-virus-100.html
[5] Verdacht auf Marburg-Virus, der eine extrem hohe Sterblichkeitsrate … https://www.focus.de/gesundheit/marburg-virus-toedlicher-virus-reist-im-zug-nach-hamburg-warum-der-verdacht-beunruhigend-ist_id_260363199.html
[6] Marburg-Virus: Wie gefährlich ist eine Infektion mit dem Erreger? https://www.stern.de/gesundheit/marburg-virus–wie-gefaehrlich-ist-eine-infektion-mit-dem-erreger–35114644.html
