KÖLN, 25. März 2025 – Leybold, ein weltweit führender Hersteller von Vakuumpumpen mit Sitz in Köln, prägt seit über 170 Jahren die Vakuumtechnologie. Besonders bekannt ist das Unternehmen für seine Turbomolekularpumpen – Hochvakuumlösungen, die in Forschung, Industrie und Analytik unverzichtbar sind. Mit der TURBOVAC-Serie bietet Leybold innovative Technik, die höchste Ansprüche an Leistung, Zuverlässigkeit und Effizienz erfüllt. Doch was macht diese Pumpen so besonders, und wie steht das Unternehmen heute da?
Turbomolekularpumpen: Technik für extreme Anforderungen
Turbomolekularpumpen sind das Herzstück vieler Hochvakuum-Anwendungen. Sie erzeugen ein sauberes Hoch- oder Ultrahochvakuum, indem sie Gaspartikel durch schnell rotierende Turbinenschaufeln aus einem Raum entfernen. Leybolds TURBOVAC-Linie, darunter Modelle wie TURBOVAC i/iX und TURBOVAC MAG, ist für ihre Vielseitigkeit bekannt. Die Pumpen erreichen Saugleistungen von 90 bis 1.450 Litern pro Sekunde und arbeiten mit einem ölfreien Hybridlagerkonzept: ein magnetisches Lager auf der Hochvakuumseite und ein lebensdauergeschmiertes Keramikkugellager auf der Vorvakuumseite. Dies reduziert Wartungsaufwand und Kontaminationsrisiken – ein entscheidender Vorteil in sensiblen Bereichen wie der Forschung.
Die TURBOVAC i/iX-Serie, seit 2020 um die Größen 850 und 950 erweitert, kombiniert hohe Saugleistung mit Flexibilität. Sie lässt sich in beliebiger Position montieren und bietet Schnittstellen wie RS485, USB oder Profinet für einfache Systemintegration. Für anspruchsvolle industrielle Prozesse, etwa in der Beschichtungstechnik, liefert die TURBOVAC 1450 i bis zu 10 % mehr Saugvermögen bei schweren Gasen wie Argon im Vergleich zu Referenzprodukten. Die TURBOVAC MAG hingegen punktet mit magnetischer Lagerung, die Vibrationen minimiert – ideal für analytische Geräte wie Massenspektrometer oder Elektronenmikroskope. Zudem bietet die Multi-Inlet-Variante Lösungen für Anwendungen mit mehreren Vakuumpunkten, was Platz und Kosten spart.
Leybold betont die Robustheit seiner Pumpen: Sie widerstehen mechanischen Belastungen und hohen Vorvakuumdrücken bis zu 4 mbar. Die Steuerung erfolgt über die TURBO.CONTROL i, die bis zu zwei Vakuummessgeräte integriert und per Webserver fernbedient werden kann. Solche Features machen die Pumpen attraktiv für Forschungsinstitute, die Kernfusion erforschen, oder Industrieanlagen, die Solarzellen beschichten.
Leybold: Ein Unternehmen mit Geschichte
Leybold wurde 1850 von Ernst Leybold in Köln gegründet und begann als Handelsunternehmen für physikalische Apparate. 1906 übernahm der Ingenieur Wolfgang Gaede die technische Leitung und legte mit der Entwicklung der ersten Molekularpumpe den Grundstein für die heutige Produktpalette. Seit 1967 gehört Leybold zur Atlas Copco Gruppe, einem schwedischen Industriekonzern, bleibt aber als eigenständige Marke bestehen. Heute beschäftigt das Unternehmen weltweit rund 1.600 Mitarbeiter, davon etwa 600 am Hauptsitz in Köln, und betreibt Produktionsstandorte in Deutschland, Frankreich, China und den USA.
Das Portfolio umfasst neben Turbomolekularpumpen ölgedichtete und trockenlaufende Vakuumpumpen, Kryosysteme sowie Mess- und Steuergeräte. Leybold beliefert Branchen wie die Halbleiterindustrie, Lebensmittelverpackung und Medizintechnik. 2022 meldete Atlas Copco für die Vacuum Technique Division, zu der Leybold gehört, einen Umsatz von etwa 1,5 Milliarden Euro – ein Zeichen für die wirtschaftliche Stärke des Segments.
Innovation und Nachhaltigkeit
Leybold positioniert sich als Vorreiter in der Vakuumtechnologie. Die Entwicklung der TURBOVAC-Serie zeigt den Fokus auf Effizienz: Höhere Saugleistungen und geringerer Energieverbrauch sollen Prozesse wirtschaftlicher machen. Die wartungsfreien Magnetlager der MAG-Modelle reduzieren nicht nur Betriebskosten, sondern auch den ökologischen Fußabdruck durch weniger Ölverbrauch. Zudem fördert das Unternehmen nachhaltige Anwendungen wie die Wasserstoffproduktion oder Kohlenstoffabscheidung, wo Vakuumtechnik eine Schlüsselrolle spielt.
Die Software Leyassist, kostenlos für Kunden, ermöglicht eine präzise Überwachung der Pumpen – ein Schritt in Richtung Digitalisierung. Dennoch steht Leybold vor Herausforderungen: Globale Lieferkettenprobleme und steigende Rohstoffkosten könnten die Produktion belasten. Das Unternehmen setzt daher auf lokale Fertigung und enge Kundenbindung, um flexibel zu bleiben.
Bedeutung für Deutschland
In Deutschland ist Leybold ein wichtiger Akteur im Maschinenbau und in der Forschung. Institute wie das Max-Planck-Institut oder das Helmholtz-Zentrum nutzen die Technologie für Experimente im Ultrahochvakuum. Industriepartner wie Carl Zeiss oder Bosch profitieren von der Präzision der Pumpen bei der Herstellung von Optiken oder Sensoren. Mit über 150 Patenten im Bereich Vakuumtechnik unterstreicht Leybold seinen Innovationsanspruch und sichert hochqualifizierte Arbeitsplätze.
Ausblick
Leybold plant, die TURBOVAC-Reihe weiter auszubauen, etwa mit Modellen für spezielle Anwendungen wie die Kernfusion. Der Fokus liegt auf smarter Technik: Pumpen, die sich selbst überwachen und vorausschauende Wartung ermöglichen, sind in Entwicklung. Das Unternehmen bleibt seiner Mission treu, „Vakuumlösungen für eine präzisere, wirtschaftlichere und nachhaltigere Welt“ zu schaffen, wie es auf www.leybold.com heißt.
Mit seiner langen Tradition und modernen Technologie bleibt Leybold ein fester Bestandteil der deutschen Industrielandschaft – und ein Beweis dafür, dass Innovation und Erfahrung Hand in Hand gehen können. Die Turbomolekularpumpen sind dabei mehr als ein Produkt: Sie sind ein Symbol für deutsche Ingenieurskunst auf globalem Niveau.
