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Leptin spielt doppelte Rolle bei Fettlebererkrankung MAFLD

Eine aktuelle Übersichtsarbeit im Journal of Clinical and Translational Hepatology fasst den Forschungsstand zur Rolle des Hormons Leptin bei der metabolisch bedingten Fettlebererkrankung (MAFLD) zusammen. MAFLD gilt weltweit als eine der häufigsten chronischen Lebererkrankungen und steht in engem Zusammenhang mit Adipositas, Typ-2-Diabetes und dem metabolischen Syndrom.

Leptin, ein aus 167 Aminosäuren bestehendes Polypeptid, wird vorwiegend vom weißen Fettgewebe produziert und korreliert mit der Körperfettmasse. Es bindet an den Rezeptor Ob-R, wobei die lange Isoform Ob-Rb die zentrale Signalwirkung übernimmt. Diese wird sowohl im zentralen Nervensystem als auch in der Leber exprimiert. Tiermodelle mit Leptin- oder Rezeptordefizienz zeigen schwere Leberverfettung und Insulinresistenz.

Die Signalwege umfassen die Aktivierung von JAK2-STAT3 sowie PI3K/Akt und AMPK, die Insulinsensitivität und Fettsäureoxidation fördern. Eine Dysregulation führt zu Leptinresistenz, die durch erhöhte SOCS3-Expression und gestörten Transport über die Blut-Hirn-Schranke entsteht. Dies verstärkt Insulinresistenz und Fettansammlung in der Leber.

Leptin wirkt doppelt: Es verbessert Glukosehomöostase und hemmt Glukoneogenese, kann bei Hyperleptinämie jedoch Insulinwege stören. Im Lipidstoffwechsel fördert es normalerweise ?-Oxidation und VLDL-Export, doch bei Resistenz steigert es über SREBP-1 die Lipogenese. Entzündlich aktiviert es M1-Makrophagen, Zytokine und hepatische Sternzellen, was Steatohepatitis und Fibrose begünstigt. Beim oxidativen Stress zeigt es teils antioxidative, teils ROS-fördernde Effekte.

Klinische Daten sind uneinheitlich: Serum-Leptin korreliert oft mit MAFLD-Schweregrad, mendelsche Randomisierung deutet jedoch auf protektive Effekte hin. Leptintherapie wirkt bei seltenem Mangel, nicht aber bei adipositasassoziierter Hyperleptinämie. Forschung zielt auf Sensitizer und Analoga ab.

Die Autoren fordern Langzeitstudien zu Phänotypen, Biomarkern und Therapien. Leptin bleibt ein zentraler, kontextabhängiger Faktor in der MAFLD-Pathogenese.

Der Artikel (DOI: 10.14218/JCTH.2025.00204) erschien am 5. September 2025 bei Xia & He Publishing Inc.