Forschung und Gesellschaft stehen vor der Aufgabe, ressourcenschonende Lösungen für die Herstellung von biologischen Arzneimitteln zu finden. Das so genannte „GreenPharming“ bezeichnet die pflanzenbasierte Produktion von Wirkstoffen für die Arzneimittelproduktion. Es kommt nun im Rahmen eines wissenschaftlichen Projektes in der Lausitz erstmals zum Einsatz. Ziel ist es, die Arzneimittelproduktion ressourcenschonender und damit zukünftig nachhaltiger und so umweltfreundlicher zu gestalten. Gelingen soll dies mit biogenen, also auf pflanzlicher Basis hergestellten Grundstoffen.
Das GreenPharming ist Teil einer visionären Strategie zur Bewältigung zahlreicher aktueller Herausforderungen. In der Lausitz werden zunächst Tabakpflanzen, die Nicotiana benthamiana, angebaut. Sie werden nach der Ernte im Rahmen einer vollständig integrierten Kreislaufwirtschaft und unter Einsatz erneuerbarer Energien klimaneutral zu Arzneimitteln verarbeitet.
Ein weiterer Fokus des Projekts liegt auf der Produktion therapeutischer Antikörper. Hierfür sollen die Tabakpflanzen unter realistischen Laborbedingungen über Biosynthese Wirkstoffproteine herstellen. Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden, wie der Produktion in Säugetierzellen oder Bakterien, bieten Pflanzen zahlreiche Vorteile, wie geringere Ansprüche an die Kultivierung. Wichtiger aber ist darüber hinaus die Fähigkeit der Pflanzen, komplexe Veränderungen von Proteinen nach Abschluss der Proteinherstellung vorzunehmen. Dieser Schritt ist für die Funktionalität vieler Proteine unerlässlich. Zudem sind in Pflanzen produzierte Proteine frei von menschlichen Krankheitserregern, was das Risiko für Infektionen stark reduziert.
