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Labormedizin erlebt Innovationsschub

Die deutsche Labormedizin erlebt derzeit einen bedeutenden Innovationsschub, der von technologischen Fortschritten und neuen Herausforderungen geprägt ist. Hier ein aktualisierter Überblick über die neuesten Entwicklungen:

Automatisierung und Robotik

Die Automatisierung von Laborprozessen schreitet weiter voran. Unternehmen wie Gerstel und Mettler-Toledo präsentieren auf der analytica 2024 in München vollautomatisierte Laborprozesse vom Probenaufschluss über die Analytik bis zur Auswertung[5]. In großen Laboren führt dies zu einer stärkeren Standardisierung und einem höheren Durchsatz.

Künstliche Intelligenz und Digitalisierung

Künstliche Intelligenz (KI) gewinnt zunehmend an Bedeutung:

– Ein niederländisches Forschungsteam entwickelt KI-Systeme für Notaufnahmen, die das individuelle Sterberisiko von Patienten besser einschätzen können als Fachärzte[4].


– Google arbeitet an einer neuen Version des KI-Tools AlphaFold, das Wechselwirkungen zwischen Proteinen vorhersagen und die Medikamentenentwicklung beschleunigen soll[4].


– Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) plant, ihren Nachwuchs künftig in KI auszubilden[2].

Point-of-Care-Testing

Der Trend geht zu kleineren, vernetzten Point-of-Care-Geräten, wie Prof. Stefan Holdenrieder vom Deutschen Herzzentrum München berichtet. Diese ermöglichen schnelle Diagnostik direkt am Patienten und sind besonders relevant für die Telemedizin[1].

Personalisierte Medizin

Die Labormedizin spielt eine Schlüsselrolle in der Entwicklung der personalisierten Medizin:

– Ein besonders innovatives Verfahren stellen an Kinder angepasste Biomarker dar, die eine verbesserte Therapiesteuerung bei Kindern mit Herzfehlern ermöglichen[2].


– In der Tumordiagnostik wird KI bereits erfolgreich eingesetzt, wie auf der analytica conference 2024 in der Session „Applications of AI Algorithms in Laboratory Medicine“ diskutiert wird[5].

Neue regulatorische Anforderungen

Die Einführung der In-Vitro-Diagnostik-Verordnung (IVDR) stellt Labore und Hersteller vor neue Herausforderungen. Dies betrifft gleichermaßen große Labore wie auch kleinere Anbieter spezialisierter Diagnostika[1].

Fokus auf globale Gesundheit

Der Deutsche Kongress für Laboratoriumsmedizin 2024 in Bremen (26.-27. September) widmet sich unter dem Motto „Wir. Fördern. Globale Gesundheit.“ den Herausforderungen der Globalisierung:

– Migrationsmedizin: Vorbereitung auf ein erweitertes Krankheitsspektrum und Umgang mit kulturellen Unterschieden.


– Gendermedizin: Anpassung von Referenzwerten und Diagnostik an geschlechtsspezifische Unterschiede[7].

Nachwuchsförderung und Ausbildung

Um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen, setzt die Branche verstärkt auf Nachwuchsförderung:

– Die DGKL bietet spezielle Programme für junge Mediziner und Wissenschaftler an[6].


– Auf der analytica 2024 präsentieren junge Start-ups innovative Diagnostika, insbesondere für Erkrankungen bei älteren Menschen[1].

Diese Entwicklungen zeigen, dass die deutsche Labormedizin an vorderster Front der medizinischen Innovation steht und maßgeblich zur Verbesserung der Patientenversorgung beiträgt.

Quellen:


[1] Welttag des Labors: Labormedizin im Umbruch – Medica https://www.medica.de/de/lab-diagnostics/labormedizin-welttag-2024


[2] Labormedizin: Einer der größten Treiber des medizinischen Fortschritts https://healthcare-in-europe.com/de/news/labormedizin-treiber-medizinischer-fortschritt.html


[3] Analytica 2024: Wegweiser ins Labor 4.0 – Chemie.de https://www.chemie.de/news/1182495/analytica-2024-wegweiser-ins-labor-4-0.html


[4] Medizinjahr 2024: Diese klinischen Studien werden wichtig https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/medizin-studien-2024-100.html


[5] Analytica 2024: Wegweiser ins Labor 4.0 https://www.analytica-world.com/de/news/1182495/analytica-2024-wegweiser-ins-labor-4-0.html


[6] DGKL: Laboratoriumsmedizin begleitet Leben https://dgkl.de


[7] Hilfe https://idw-online.de/de/news839836