Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran, der am 28. Februar 2026 mit massiven Luftangriffen begann, hat nach einer Woche die medizinische Versorgung im Nahen Osten massiv destabilisiert. Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen in Iran, Libanon, Israel und angrenzenden Ländern wurden beschädigt, evakuiert oder funktionsunfähig gemacht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bis zum 5. März 2026 mindestens 13 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen in Iran verifiziert, mit drei Todesopfern unter dem medizinischen Personal und Berichten über vier getötete und 25 verletzte Mediziner, die noch geprüft werden. In Libanon wurde mindestens ein Vorfall bestätigt. Diese Zahlen unterstreichen die systematische Gefährdung geschützter Einrichtungen nach internationalem humanitärem Recht. Die Eskalation führt zu akuten Engpässen bei Behandlungen, steigenden Todesraten durch unbehandelte Verletzungen und Ausbrüchen von Krankheiten. Im Folgenden werden konkrete Fallbeispiele detailliert beschrieben, um die Auswirkungen greifbar zu machen.
Gandhi Hospital (auch Gandi Hospital) in Teheran
Das Gandhi Hospital im Norden Teherans wurde am 1. oder 2. März 2026 schwer beschädigt, als ein Luftschlag in unmittelbarer Nähe einschlug. Satellitenbilder und verifizierte Videos zeigen zerbrochene Fenster, eingestürzte Fassaden und Trümmer auf dem Gelände. Das Krankenhaus musste vollständig evakuiert werden: Patienten, darunter Neugeborene, wurden hastig in umliegende Einrichtungen oder provisorische Zonen gebracht. Der Leiter der iranischen Ärztekammer, Mohammad Raeiszadeh, berichtete vor Ort, dass die Abteilung für In-vitro-Fertilisation (IVF) komplett zerstört wurde. Ausrüstung, eingelagerte Embryos und Zellen gingen verloren – ein Verlust, der für betroffene Paare existenzbedrohend ist und langfristig Fruchtbarkeitsbehandlungen in der Region behindert. Ein Mitarbeiter erlitt eine schwere Kopfverletzung. Das Krankenhaus, das zuvor als zivile Einrichtung diente, liegt gegenüber einem mutmaßlichen militärischen Ziel, was zu Kollateralschäden führte. Die Evakuierung unter Bombardementbedingungen erhöhte das Risiko für vulnerable Patienten erheblich.
Khatam Hospital in Teheran
Das Khatam Hospital zählt zu den betroffenen großen medizinischen Zentren in der Hauptstadt. Iranische Behörden meldeten Schäden durch nahe Einschläge, die Strukturen beschädigten und den Betrieb lahmlegten. Patienten wurden verlegt, während Teile des Gebäudes unbenutzbar blieben. Die Einrichtung, die auf Rehabilitation und spezialisierte Behandlungen ausgerichtet ist, konnte keine Routineversorgung mehr gewährleisten. In Kombination mit landesweiten Stromausfällen und Treibstoffmangel für Generatoren fielen lebenswichtige Systeme aus, was zu Komplikationen bei Intensivpatienten führte.
Valiasr Burn Hospital (Verbrennungsklinik) in Teheran
Diese Spezialklinik für Brandverletzte wurde als inoperabel gemeldet. Explosionen in der Umgebung verursachten strukturelle Schäden, die den Betrieb von Operationssälen und Intensivstationen unmöglich machten. Brandverletzte aus den Angriffen – oft Zivilisten aus Wohngebieten – konnten nicht mehr adäquat versorgt werden. Der Mangel an spezialisierten Ressourcen wie Hauttransplantationsmaterial und sterilen Räumen verschärft die Prognose für Überlebende dramatisch.
Fallbeispiel 4: Weitere Einrichtungen in Ahvaz, Chabahar, Hamadan und Sarab
Iranische Gesundheitsbehörden berichteten von Schäden an mindestens zehn weiteren medizinischen Zentren in diesen Städten. In Hamadan und Sarab wurden Notfallzentren und Rehabilitationskliniken getroffen, was die Versorgung in ländlichen und westlichen Regionen zusammenbrechen ließ. In Ahvaz, einer ölreichen Provinz, behinderten die Schäden die Behandlung von Verletzten aus industriellen und militärischen Zonen. Vier Ambulanzen landesweit wurden beschädigt, was den Transport von Verletzten verzögerte oder unmöglich machte.
Soroka University Medical Center in Beersheba (Israel)
Auf israelischer Seite traf ein iranischer ballistischer Raketenangriff das Soroka-Krankenhaus in Beersheba. Das Krankenhaus, das Soldaten und Zivilisten behandelt, erlitt Schäden an mehreren Abteilungen, einschließlich des chirurgischen Bereichs. Über 80 Menschen wurden verletzt, acht Operationssäle und sechs Forschungslabore zerstört. Das israelische Militär nutzt das Zentrum intensiv, was zu einer Umstrukturierung führte: Patienten wurden in unterirdische Bereiche verlegt, um unter Raketenalarm weiter operieren zu können. Dieser Vorfall zeigt, wie der Konflikt auch israelische Infrastruktur belastet und zu improvisierten Maßnahmen zwingt, wie der Umwandlung von Tiefgaragen in Behandlungsräume.
Auswirkungen in Libanon – Schließung von Primärversorgungszentren
Evakuierungsanordnungen infolge israelischer Angriffe auf Hisbollah-Positionen zwangen 43 Primärversorgungszentren und zwei Krankenhäuser zur Schließung. In Beirut und Grenzregionen wurden Einrichtungen durch nahe Einschläge beschädigt. Über 60.000 Vertriebene verloren Zugang zu Grundversorgung, was zu Engpässen bei Blutkonserven, Antibiotika und Impfungen führt. Infektionskrankheiten breiten sich in überfüllten Lagern aus.
IVF-Abteilung im Gandhi Hospital – langfristige Konsequenzen
Der Verlust der IVF-Abteilung im Gandhi Hospital betrifft Hunderte Paare, deren eingelagerte Proben zerstört oder unzugänglich wurden. Betroffene berichten von psychischer Belastung und Unsicherheit über zukünftige Familienplanung. In einem Land mit hoher Infertilitätsrate durch Umweltfaktoren und Sanktionen verschärft dies eine bereits prekäre Situation.
Kollateralschäden in Teheran – Evakuierung unter Feuer
Videos zeigen medizinisches Personal, das Patienten, einschließlich Säuglinge, aus beschädigten Gebäuden trägt, während Explosionen andauern. Eine schwangere Patientin oder Neugeborene wurden unter Lebensgefahr transportiert. Solche Szenen erhöhen das Trauma für Personal und Patienten.
Diese konkreten Fälle illustrieren, wie der Krieg die medizinische Versorgung zerstört: Direkte und indirekte Schäden führen zu Evakuierungen, Personalmangel, Ressourcenknappheit und steigenden Todesraten. In Iran allein fehlen durch Sanktionen und Blockaden bereits 70 Prozent importierter Medikamente; der Konflikt macht dies irreversibel. Chronisch Kranke (Diabetes, Krebs, Dialyse) sterben unbehandelt. In der Region drohen Ausbrüche von Tuberkulose, Malaria und Impfkrankheiten. Mentale Gesundheit bricht ein: Traumen, Suizide und Depressionen nehmen zu.
Ohne humanitäre Korridore, Schutz von Einrichtungen und Deeskalation droht ein Kollaps der Gesundheitssysteme für Jahre. Die ersten sieben Tage haben gezeigt: Militärische Ziele kollidieren mit ziviler Infrastruktur – mit katastrophalen Folgen für Millionen.
Verifizierte Quellen (Linkliste am Ende):
- https://www.theguardian.com/global-development/2026/mar/05/at-least-dozen-hospital-and-health-facilities-in-iran-hit-since-us-israel-attacks-began-who-says
- https://www.aljazeera.com/news/2026/3/2/iran-demands-international-action-after-attacks-impact-hospitals-schools
- https://www.bbc.com/news/articles/cpw004xqxnjo
- https://www.reuters.com/world/middle-east/who-says-has-it-has-verified-13-health-attacks-iran-2026-03-05
- https://www.cnn.com/2026/03/06/world/video/us-israeli-strikes-near-iranian-hospitals-digvid-invs
- https://www.who.int/news-room/feature-stories/detail/health-impact-of-the-escalation-of-conflict-in-the-middle-east
- https://www.middleeasteye.net/news/us-israeli-strikes-iran-tear-through-ivf-clinic-hospitals-and-homes
- https://www.dailysabah.com/world/mid-east/who-verifies-at-least-13-attacks-on-health-facilities-in-iran
- https://niacouncil.org/escalating-civilian-harm-in-iran-urgent-calls-for-protection-of-schools-hospitals-media-facilities-and-immediate-ceasefire
- https://peoplesdispatch.org/2026/03/06/health-movements-denounce-us-israel-attacks-on-iran
- https://www.timesofisrael.com/from-fortified-ors-to-popup-clinics-israels-medical-centers-streamline-wartime-operations
- https://www.palestinechronicle.com/israel-vs-iran-who-is-attacking-hospitals-a-healthcare-war-crimes-fact-check
