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Krebserregende HPV-Viren im Abwasser nachgewiesen

Wissenschaftler in Uruguay haben im städtischen Abwasser Genotypen des Humanen Papillomavirus (HPV) gefunden, die mit Gebärmutterhalskrebs in Verbindung stehen.

Die Abwasserstudie wurde in Salto, einer Stadt mit 114.000 Einwohnern im Norden Uruguays, unter der Leitung von Forschern des Labors für Molekularvirologie der Universität der Republik, des öffentlichen Krankenhauses der Stadt und der lokalen Zentrale von OSE, Uruguays nationalem Wasserversorgungs- und Abwasserunternehmen, durchgeführt.

Zwischen September 2022 und August 2023 entnahmen Wissenschaftler monatlich Proben aus dem Abwassersystem, das 86 Prozent der Stadt abdeckt.

Genetische Analysen ergaben das Virus in 75 Prozent der Proben, und die DNA-Sequenzierung identifizierte 28 Genotypen. Acht davon wiesen ein hohes Risiko für Gebärmutterhalskrebs auf, wie etwa die Genotypen 16 und 18. Sechs wiesen ein geringes Risiko auf, wie etwa die Genotypen 6 und 11 – die mit Genitalwarzen in Zusammenhang stehen – und die restlichen 14 gehörten zu anderen allgemeinen Genotypen.

Für die Studie wurden außerdem 140 klinische Pap-Abstriche von Patienten aus der Stadt analysiert. Davon waren 63 (45 Prozent) HPV-positiv, und es wurden 21 Genotypen festgestellt: neun Hochrisiko-, fünf Niedrigrisiko- und sieben allgemeine.

Beim Vergleich der häufigen Genotypen in beiden Probentypen stellten die Forscher fest, dass die vier in den klinischen Proben am häufigsten vorkommenden (sechs, 16, 31 und 66) auch in den Abwasserproben vorhanden waren.

Insgesamt waren 88 Prozent der nachgewiesenen Genotypen in beiden Proben vorhanden.

Dies könnte zur Prävention von Krankheiten beitragen.

Die Forscher sind davon überzeugt, dass ihre in der Fachzeitschrift Food and Environmental Virology veröffentlichten Erkenntnisse die Abwasserüberwachung als nützliches Instrument zur Beschaffung von Informationen über Krankheiten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen positionieren, in denen epidemiologische Daten rar sind.

HPV ist die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs und wird in 99 Prozent der Fälle erkannt. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen ist diese Krebsart am weitesten verbreitet – und die Sterblichkeitsrate ist am höchsten.