Der einstige Börsenstar BioNTech steckt in einer tiefen Krise. Das Mainzer Biotechnologieunternehmen verzeichnete im zweiten Quartal 2024 einen dramatischen Verlust von 807 Millionen Euro, während im ersten Halbjahr der Nettoverlust sogar auf 1,12 Milliarden Euro anstieg[3]. Der Umsatzeinbruch ist bemerkenswert: Im ersten Quartal 2024 sank der Umsatz um 85% auf nur noch 187,6 Millionen Euro, verglichen mit 1,28 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum[2].
Die Gründe für den Absturz sind vielschichtig. Mit dem Ende der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Impfstoffen drastisch zurückgegangen. BioNTech selbst räumt ein, dass die Umsätze zunehmend saisonal werden, mit Nachfragespitzen hauptsächlich während der Grippesaison[1]. Der Vergleich zu den Hochzeiten ist ernüchternd: Von 18,98 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2021 schrumpften die Einnahmen auf nur noch 2,69 Milliarden Euro[1].
Auch die Konkurrenz kämpft mit ähnlichen Problemen. Der US-Rivale Moderna verzeichnet ebenfalls erhebliche Verluste von 1,3 Milliarden US-Dollar in den ersten sechs Monaten des Jahres[5]. Beide Unternehmen setzen nun verstärkt auf die Entwicklung von Krebsmedikamenten als neue Hoffnungsträger.
BioNTech investiert massiv in die Forschung, was die Verluste weiter verschärft. Die Forschungs- und Entwicklungskosten explodierten von 226,5 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 2,17 Milliarden Euro im letzten 12-Monats-Zeitraum[1]. Allein im zweiten Quartal 2024 flossen 584 Millionen Euro in nicht-COVID-bezogene Forschungsprojekte[1].
Für die Zukunft setzt das Unternehmen große Hoffnungen auf seine Krebsforschung. CEO Ugur Sahin plant, bis 2026 das erste Krebsmedikament auf den Markt zu bringen und bis 2030 mindestens zehn neue Medikamente zu lancieren[1]. Trotz dieser ambitionierten Ziele bleibt die Börse skeptisch. Die Aktie, die während der Corona-Hochphase bei über 350 Dollar notierte, ist mittlerweile auf rund 90 Dollar gefallen[6].
Für das Gesamtjahr 2024 prognostiziert BioNTech einen Umsatz zwischen 2,5 und 3,1 Milliarden Euro, wobei der Großteil der Einnahmen im vierten Quartal erwartet wird[3]. Ob dies ausreicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, bleibt abzuwarten. Die enormen Forschungsausgaben und der wegbrechende Corona-Impfstoffmarkt werden das Unternehmen noch länger belasten.
Quellen:
[1] BioNTech war einmal ein Börsenstar: Jetzt droht der Absturz https://www.aktienwelt360.de/2024/09/24/biontech-war-einmal-ein-boersenstar-jetzt-droht-der-absturz-bist-du-vorbereitet/
[2] BioNTech-Umsatz sinkt um 85 % – dazu satter Verlust https://finanzmarktwelt.de/biontech-umsatz-fast-komplett-futsch-dazu-satter-verlust-309490/
[3] BioNTech: Im ersten Halbjahr ein Verlust in Milliardenhöhe – SWR.de https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/biontech-bilanz-millionenverlust-quartal-unternehmen-strebt-krebsmedikament-an-100.html
[4] BioNTech überrascht mit Zahlen: Kann die Aktie mit … – Börse Online https://www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/biontech-ueberrascht-mit-zahlen-kann-die-aktie-mit-den-konkurrenten-moderna-und-pfizer-mithalten-20356891.html
[5] Biotech-Branche Woran BioNTech nach Corona forscht – Tagesschau https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/biotechnologie-branche-nach-corona-100.html
[6] Biontech-Aktie reagiert auf rote Zahlen – Hoffnung auf Krebsimpfung https://www.rnd.de/wirtschaft/biontech-aktie-reagiert-auf-rote-zahlen-hoffnung-auf-krebsimpfung-BVRNCO5GVZCUFPJ7TLRWHM6KSQ.html
[7] BioNTech vs. Moderna: Spannendes Duell auf Augenhöhe https://www.deraktionaer.de/artikel/pharma-biotech/biontech-vs-moderna-spannendes-duell-auf-augenhoehe-20367229.html
