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Klinische Studie testet milde hyperbare Sauerstofftherapie bei aggressivem Hirntumor

Forscher der Southern Cross University (SCU) und der Melbourne Integrative Oncology Group (MIOG) starten in Australien eine klinische Studie zur milden hyperbaren Sauerstofftherapie (HBOT) während der aktiven Behandlung von hochgradigen Gliomen, einer der aggressivsten Formen von Hirnkrebs.

Die Studie wird durch eine anonyme Spende in Höhe von einer Million australischer Dollar finanziert. Ziel ist es zu untersuchen, ob HBOT in einer Druckkammer die Wirksamkeit der Krebsbehandlung steigern, das Wohlbefinden der Patienten verbessern, die Therapieverträglichkeit erhöhen und die Erholung fördern kann.

Es handelt sich um die erste Studie dieser Art in Australien und vermutlich weltweit, die milde HBOT (1,35 ATA – deutlich niedrigerer Druck als bei konventioneller medizinischer HBOT) in Kombination mit molekularem Wasserstoff im onkologischen Setting prüft.

Viele solide Tumore, einschließlich aggressiver Hirntumore, sind hypoxisch (sauerstoffarm). Diese Umgebung kann die Resistenz gegen Strahlentherapie erhöhen, die Heilung normaler Gewebe beeinträchtigen und das Tumorverhalten aggressiver machen. Da Strahlentherapie teilweise auf sauerstoffabhängigen Mechanismen beruht, könnte eine verbesserte Gewebeoxygenierung die Behandlungswirkung verstärken und Nebenwirkungen mindern.

HBOT wird in australischen Krankenhäusern bereits zur Behandlung strahlenbedingter Spätschäden wie Osteoradionekrose oder Weichteilnekrose eingesetzt. Ihr Einsatz während der aktiven Krebstherapie ist jedoch nicht etabliert. Die Studie wechselt den Fokus von rehabilitativen Nachsorgeansätzen hin zu einer potenziell unterstützenden Begleittherapie.

Während frühere onkologische Untersuchungen hochdruckbasierte HBOT (2–3 ATA) nutzten, testet diese Studie die mildere Variante mit potenziell anderem Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil. Milde HBOT zeigte in nicht-onkologischen Bereichen bereits positive Effekte, etwa bei Durchblutungsstörungen, Sportverletzungen, Post-Concussion-Syndromen und Parkinson.

Prof. Jon Wardle, Gründungsdirektor des National Centre for Naturopathic Medicine an der SCU, betonte die Bedeutung evidenzbasierter Forschung im Bereich integrativer Onkologie. Die Kooperation mit MIOG ermögliche die Untersuchung unter realen klinischen Bedingungen bei hohen wissenschaftlichen Standards.

Ein broadcast-fähiges Medienpaket mit hochauflösenden Bildern und B-Roll-Material der Druckkammer ist verfügbar.

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