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Klimawandel verstärkt antimikrobielle Resistenz in der Lebensmittelsicherheit

Eine systematische Übersichtsarbeit, veröffentlicht im Journal Science of The Total Environment (Band 1001, 25. Oktober 2025), beleuchtet die Verknüpfung von antimikrobieller Resistenz (AMR), Klimawandel und Lebensmittelsicherheit aus der Perspektive des One-Health-Ansatzes. Die Studie analysiert, wie Klimafaktoren die Verbreitung resistenter Bakterien in Mensch, Tier, Lebensmitteln und Umwelt beeinflussen, und hebt die Dringlichkeit integrierter Strategien zur Sicherung der öffentlichen Gesundheit hervor.

Die Untersuchung, basierend auf PRISMA-Richtlinien, durchforstete Datenbanken wie PubMed und Scopus nach Studien bis Januar 2024. Neun Studien erfüllten die Kriterien, aus denen 1171 Beobachtungen zu AMR-Mustern in 59 Ländern extrahiert wurden. Der Multiple Antibiotikaresistenzindex (MARI) zeigte, dass 86 % der Länder die Hochrisikoschwelle (? 0,2) überschritten, mit den höchsten Werten in Asien und Afrika. Resistente Bakterien, insbesondere Vibrio spp., Aeromonas spp. und Salmonella spp., wurden vorwiegend in Umweltquellen (54,9 %) und Lebensmitteln (34,6 %), insbesondere aus Aquakulturen und Meeresfrüchten, isoliert.

Steigende Temperaturen korrelierten mit einer erhöhten AMR-Prävalenz und einem verstärkten Antibiotikaeinsatz, was auf eine klimabedingte Verstärkung hindeutet. Hitzewellen, Niederschläge und Meeresspiegelanstieg fördern die Verbreitung resistenter Keime, etwa durch Überschwemmungen, die kontaminiertes Wasser in Trinkwasser- und Aquakultursysteme spülen. Besonders resistente Vibrio- und Aeromonas-Arten, die in aquatischen Umgebungen gedeihen, könnten als Indikatoren für AMR-Überwachung dienen.

Die Studie betont, dass AMR und Klimawandel die Lebensmittelsicherheit global bedrohen, da resistente Bakterien über Lebensmittelketten und Umweltreservoirs verbreitet werden. Der exzessive Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung und Landwirtschaft verschärft das Problem, während Umweltkontamination durch Abwässer und Dünger die Resistenzgene weiter verbreitet. Die Autoren fordern integrierte One-Health-Strategien, die Klimarisiken und AMR gemeinsam angehen, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten und die prognostizierten 10 Millionen Todesfälle durch resistente Infektionen bis 2050 zu verhindern. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit weiterer Forschung, um Wissenslücken zu schließen und gezielte politische Maßnahmen zu entwickeln.