Eine neue Studie von Marco Percoco von der Bocconi-Universität in Mailand und Kollegen zeigt, dass zunehmende Dürre die Menschen dazu zwingt, innerhalb ihres eigenen Landes nach einem neuen Zuhause zu suchen.
Dürre kann Leben zerstören, vor allem in Regionen wie Südeuropa, Südasien, Afrika und dem Nahen Osten. Eine Zunahme der Trockenheit um eine Standardabweichung erhöhte die Abwanderungsraten um bis zu 9,3 Prozent, was verdeutlicht, wie wichtig Umweltfaktoren für die Mobilität geworden sind. Die Autoren drücken es so aus: „In vielen Gegenden entscheiden sich die Menschen nicht nur für einen Umzug, sondern werden auch durch Umweltbedingungen dazu gezwungen, die ein Bleiben zunehmend unhaltbar machen.“
Doch die Beziehung zwischen Klima und Migration ist nicht einheitlich. In wohlhabenderen Ländern sind die Migrationsraten insgesamt höher, möglicherweise aufgrund erschwinglicherer Migrationsmöglichkeiten. Doch innerhalb dieser Länder sind es oft die ärmsten Regionen, die die höchsten Abwanderungsraten verzeichnen. Dies deutet auf ein komplexes Zusammenspiel hin, bei dem wirtschaftliche Zwänge Migration sowohl ermöglichen als auch begrenzen können. Wie Marco Percoco bemerkt: „Während wohlhabendere Gebiete möglicherweise mehr Möglichkeiten zur Migration bieten, sind es oft die Menschen aus den am wenigsten privilegierten Gebieten, die den größten Druck verspüren, wegzugehen.“
https://www.nature.com/articles/s41558-024-02165-1
