Klimabedingte Gesundheitsrisiken könnten bis 2050 weltweit mindestens 1,5 Billionen US-Dollar an Produktivitätsverlusten in den Sektoren Ernährung und Landwirtschaft, Bauwesen sowie Gesundheitswesen verursachen. Dies geht aus einem neuen Bericht des World Economic Forum in Zusammenarbeit mit der Boston Consulting Group (BCG) hervor. Der Bericht „Building Economic Resilience to the Health Impacts of Climate Change“ fordert Unternehmen auf, jetzt Maßnahmen zu ergreifen, um die Gesundheit der Arbeitskräfte zu schützen und die betriebliche Resilienz zu stärken.
Die Analyse zeigt, dass extreme Hitze, Infektionskrankheiten und andere durch den Klimawandel verschärfte Gesundheitsrisiken die Produktivität erheblich beeinträchtigen. Im Sektor Ernährung und Landwirtschaft drohen Verluste von 740 Milliarden US-Dollar, im Bauwesen 570 Milliarden US-Dollar und im Gesundheitswesen 200 Milliarden US-Dollar. Die Versicherungsbranche sieht sich mit einem Anstieg klimabedingter Gesundheitsschäden konfrontiert. Diese Schätzung berücksichtigt lediglich die direkten Produktivitätsverluste in den genannten Sektoren und könnte den tatsächlichen wirtschaftlichen Schaden unterschätzen.
„Die Gesundheit der Arbeitskräfte zu schützen, ist essenziell für die Geschäftskontinuität und langfristige Resilienz“, betonte Eric White, Leiter Klimaschutz beim World Economic Forum. Der Bericht empfiehlt Investitionen in Innovationen wie klimaresistente Nutzpflanzen, hitzestabile Medikamente und neue Versicherungsmodelle, um Risiken zu minimieren und neue Marktchancen zu erschließen.
Sektorspezifische Anpassungen sind dringend erforderlich: In der Landwirtschaft könnten klimaresistente Pflanzen die Ernährungssicherheit stärken, im Bauwesen könnten Kühltechnologien Arbeiter schützen, und im Gesundheitswesen könnten hitzestabile Medikamente die Versorgung verbessern. Die Versicherungsbranche wird aufgefordert, Modelle zu entwickeln, die Klimarisiken abdecken.
„Die Finanzierung und Umsetzung von Gesundheitsanpassungen hinken den Herausforderungen hinterher“, sagte Elia Tziambazis, Managing Director bei BCG. Der Bericht betont die Notwendigkeit globaler Zusammenarbeit, unterstützender Politik und innovativer Finanzierung, um Resilienz zu fördern. Die Ergebnisse werden vor den Sustainable Development Impact Meetings 2025 (22.–26. September, New York) und der COP30 in Belém, Brasilien, veröffentlicht, wo Gesundheitsanpassung im Fokus der globalen Klimadiskussion steht.
Quelle: World Economic Forum/BCG, basierend auf Daten der Internationalen Arbeitsorganisation und der Weltbank.
