Am 23. Juni 2025 startete der Kleinstsatellit QUICK³ erfolgreich vom Raumfahrtzentrum Vandenberg, Kalifornien, in die Erdumlaufbahn. Die Mission, unter zentraler Beteiligung der Technischen Universität Berlin, erprobt Technologien für abhörsichere Quantenkommunikation und führt ein quantenphysikalisches Experiment im Weltall durch.
Der 3U-CubeSat, etwa schuhkarton-groß und vier Kilogramm schwer, dient als Technologiedemonstrator für zukünftige Quantensatellitensysteme. An Bord befindet sich eine Quantenlichtquelle, die Photonen aus einem zweidimensionalen Material erzeugt, um sichere Datenübertragung zu ermöglichen. Quantenkommunikation verhindert physikalisch jeden unbemerkten Datenzugriff.
Die TU Berlin entwickelte eine Elektronikbaugruppe zur Steuerung der Experimente, Speicherung und Übertragung von Messdaten sowie eine robuste mechanische Struktur, die den Raketenstart übersteht. Systemingenieur Philipp Werner betonte die Herausforderung, Schnittstellen zwischen wissenschaftlichen Partnern und dem Satellitenbus abzustimmen, wobei die TU Berlin eine verbindende Rolle einnahm. Projektleiter Julian Bartholomäus hob die Nutzung bestehender Technologien aus der TUBIN-Mission hervor, die flexible Anpassungen ermöglichte.
Die Mission prüft die Zuverlässigkeit der Komponenten im Orbit, wo die Atmosphäre die Photonübertragung kaum beeinträchtigt – ein Vorteil gegenüber Glasfasern. Zudem wird untersucht, ob die Born’sche Wahrscheinlichkeitsinterpretation der Quantenmechanik in Schwerelosigkeit gilt, eine bisher ungeklärte Frage. Erste Ergebnisse werden bis Ende 2025 erwartet.
Gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, wird die Mission von Prof. Dr. Tobias Vogl (TU München) geleitet. Weitere Partner sind die Friedrich-Schiller-Universität Jena, das Ferdinand-Braun-Institut, das CNR-IFN (Italien) und die National University of Singapore.
