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Kisunla (Donanemab): EU-Zulassung für neues Alzheimer-Medikament mit besonderem Therapieansatz

Die Europäische Kommission hat mit Kisunla (Wirkstoff: Donanemab) das zweite innovative Alzheimer-Medikament nach Leqembi (Lecanemab) für den europäischen Markt freigegeben. Beide Präparate verfolgen einen vielversprechenden Ansatz: Sie greifen gezielt Amyloid-Plaques im Gehirn von Betroffenen im Frühstadium der Erkrankung an und können so den Krankheitsverlauf moderat verzögern. Im Gegensatz zu bisherigen Behandlungen, die lediglich Symptome lindern, wirken Kisunla und Leqembi am ursächlichen Krankheitsprozess.[1][2][4][7]

Kisunla zeichnet sich durch eine monatliche Infusion aus, die zeitlich begrenzt werden kann – die Therapie wird beendet, sobald die schädlichen Proteinablagerungen weitgehend entfernt sind. Hingegen ist Leqembi als durchgehende Dauertherapie angelegt und erfordert zweiwöchentliche Gaben. Studienergebnisse zeigen, dass ein Großteil der Kisunla-Patienten nach sechs bis 18 Monaten keine nachweisbaren Ablagerungen mehr im Gehirn aufweist, sodass eine Pausierung möglich wird.[2]

Allerdings profitieren nur bestimmte Patientengruppen: Kisunla darf ausschließlich bei Menschen im Frühstadium von Alzheimer eingesetzt werden – etwa bei milder kognitiver Beeinträchtigung oder beginnender Demenz, sofern Amyloid nachweisbar ist und keine doppelte Kopie des ApoE4-Gens vorliegt. Dies schränkt die Anwendung stark ein. Fortgeschrittene Alzheimer-Erkrankungen oder andere Demenzformen sind von der Behandlung ausgeschlossen. Die beachtliche Risikoprofil verlangt regelmäßige MRT-Kontrollen auf mögliche Hirnschwellungen oder Mikroblutungen.

Die Wahl zwischen Kisunla und Leqembi erfolgt individuell und gemeinsam mit erfahrenen Fachärzten. Während Kisunla einen einmaligen und möglicherweise kurzen Behandlungszeitraum bietet, weist Leqembi eine geringere Rate schwerwiegender Nebenwirkungen auf. Zur genauen Wirksamkeit, insbesondere im Hinblick auf Geschlechterunterschiede, laufen noch weitere Untersuchungen.

Trotz dieses Fortschritts bleibt die Therapie ein Hoffnungsschimmer. Die Behandlung ist auf wenige Betroffene mit Frühstadium und bestimmten genetischen Voraussetzungen beschränkt. Ob die Zukunft eine maßgeschneiderte Kombinationstherapie bringen wird, ist Gegenstand weiterer Forschung. Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. betont den Wert der Zulassung als avancierten Schritt, weist aber darauf hin, dass eine Heilung weiterhin nicht möglich ist – die Therapie verzögert den Verlauf im besten Fall um einige Monate.

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