Kaum KI-Einsatz in US-Unternehmen
Die Mehrheit der amerikanischen Unternehmen experimentiert mit Künstlicher Intelligenz (KI), hat die Technologie aber noch nicht in größerem Maßstab in die Arbeitsabläufe integriert. Das zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsforschungsorganisation The Conference Board unter mehr als 250 Personalchefs.
Demnach befinden sich 60 Prozent der Organisationen in einem frühen Stadium der KI-Reife. Nur elf Prozent berichten von einer fortgeschrittenen Integration. Obwohl mehr als die Hälfte der Beschäftigten (52 Prozent) glaubt, dass verbesserte KI-Kenntnisse ihre Aufstiegschancen zumindest mittelstark verbessern würden, spielt KI-Kompetenz bei Beförderungsentscheidungen nach Angaben von 56 Prozent der Personalverantwortlichen derzeit noch kaum oder gar keine Rolle. Unternehmen mit höherer KI-Reife berücksichtigen diese Fähigkeit allerdings häufiger.
Trotz weit verbreiteter Befürchtungen vor KI-bedingten Stellenstreichungen nennen nur sechs Prozent der Unternehmen die Technologie als Hauptgrund für Entlassungen. In den vergangenen sechs Monaten haben 37 Prozent der befragten Organisationen Personal abgebaut – meist aus Gründen der Umstrukturierung oder finanzieller Belastungen.
Hybrides Arbeiten bleibt das dominierende Modell: 51 Prozent der Unternehmen setzen es primär ein. Vollständig remote arbeiten nur noch sechs Prozent, vollpräsent sind 43 Prozent. Für 83 Prozent der Beschäftigten gehört Flexibilität am Arbeitsplatz zu den wichtigsten Benefits – noch vor einem wettbewerbsfähigen Gehalt.
Deutliche Unterschiede zeigen sich bei der Personalsuche und -bindung: In Branchen mit Industrie- und manuellen Tätigkeiten melden 83 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten bei der Rekrutierung (gegenüber 63 Prozent bei Büroberufen). Die Fluktuationsprobleme sind bei manuellen Arbeitskräften mehr als doppelt so hoch wie bei Büroangestellten (63 versus 27 Prozent).
Zudem besteht eine erhebliche Wahrnehmungslücke zwischen Führungskräften und Mitarbeitern hinsichtlich Wohlbefinden und Engagement – besonders ausgeprägt bei Themen wie mentaler Gesundheit.
Die Studie sieht die Unternehmen an einem Wendepunkt: Während KI-Investitionen und -Experimente rasch zunehmen, bleiben messbare Auswirkungen auf Arbeitswelt, Karriere und Personalstrategien bislang begrenzt. Die Autoren raten zu einer stärkeren Verknüpfung von KI-Fähigkeiten mit Führungskräfteentwicklung, Personalplanung und hybriden Arbeitsmodellen.
