Taipeh – Eine neue Studie identifiziert den Cannabinoid-Rezeptor 1 (CB1) als mechanosensitiven Treiber der Endothel-Dysfunktion bei Atherosklerose und zeigt, dass wasserlösliche Prodrugs von Soja-Isoflavonen diesen Rezeptor gezielt hemmen können. Die monophosphorylierten Derivate Genistein-7-O-Phosphat (G7P) und Daidzein-7-O-Phosphat (D7P) reduzieren Entzündung, oxidativen Stress und Endothel-zu-Mesenchym-Transition (EndMT) unter gestörtem Blutfluss und verringern signifikant die Plaquebildung in Mausmodellen.
Forscher um Tzu-Tang Wei von der National Taiwan University analysierten RNA-Sequenzierungsdaten und fanden CB1 in atherosklerotischen Läsionen von Patienten und Mäusen sowie in Endothelzellen unter gestörtem Fluss stark hochreguliert. Die Transkription wird durch Bindung von ZNF610 und Spi1 sowie Dissoziation von KLF4 am CB1-Promotor gesteuert.
Genistein war bereits als CB1-Antagonist bekannt, doch seine geringe Löslichkeit und Bioverfügbarkeit schränkten die Anwendung ein. Die Forscher identifizierten Daidzein als weiteren CB1-Antagonisten und entwickelten die monophosphorylierten Prodrugs G7P und D7P, um Löslichkeit und orale Bioverfügbarkeit zu verbessern.
Pharmakologische CB1-Hemmung oder genetische Deletion kehrte gestörte Fluss-induzierte Endothel-Dysfunktion und EndMT um. Orale Gabe von G7P und D7P reduzierte die atherosklerotische Plaquebildung bei Mäusen deutlich. Die Studie ist die erste, die transkriptionelle Regulatoren der flussabhängigen CB1-Hochregulation beschreibt und Isoflavon-Monophosphate als vielversprechende orale Therapeutika für Atherosklerose vorschlägt.
Die Arbeit erschien am 26. Januar 2026 im Journal of Biomedical Science und ist Open Access verfügbar.
