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Integrative Medizin lindert Beschwerden bei Krebs und chronischen Erkrankungen

Stuttgart – Integrative Medizin, die konventionelle Behandlungen mit komplementären Verfahren verbindet, bietet Patienten mit Krebs oder anderen chronischen Erkrankungen spürbare Vorteile. Sie mildert Nebenwirkungen, steigert die Lebensqualität und stärkt die Eigenverantwortung der Betroffenen. Am Robert Bosch Krankenhaus in Stuttgart hat sich ein solcher Ansatz bewährt, wie die Initiative Gesunde Vielfalt anlässlich des Weltkrebstags 2026 hervorhebt.

Die Diagnose einer schweren Erkrankung wie Krebs bringt oft körperliche und seelische Belastungen mit sich. Viele Patienten suchen nach ganzheitlichen Ergänzungen zur Standardtherapie, um Symptome zu lindern und aktiv am Heilungsprozess teilzunehmen. Integrative Medizin integriert evidenzbasierte naturheilkundliche Methoden in die konventionelle Versorgung. Dadurch fühlen sich Betroffene nicht hilflos, sondern werden zu Mitgestaltern ihrer Gesundheit.

Am Robert Bosch Krankenhaus begleitet ein Team täglich rund fünfzig stationäre Patienten aus verschiedenen Abteilungen sowie ambulante Fälle. Die Behandlungen umfassen einfache Techniken wie Akupressur gegen Übelkeit und Ängste oder den Einsatz von Aroma-Inhalatoren. Ergänzend helfen Methoden bei Verdauungsproblemen, Hautveränderungen, neuropathischen Schmerzen oder Erschöpfungszuständen. Bewegungstherapie spielt eine zentrale Rolle, wie sie auch in aktuellen Leitlinien empfohlen wird.

Neben etablierten Verfahren kommen bewährte interne Ansätze zum Einsatz, die sich als sicher und wirtschaftlich erwiesen haben, auch wenn sie nicht in offiziellen Richtlinien verankert sind. Ein Beispiel sind Lavendel-Auflagen zur Verbesserung des Schlafs. Patienten können zudem an einem elfwöchigen Kompaktprogramm teilnehmen, das Ernährungsberatung, Bewegung, Entspannung, pflanzliche Therapien, Kneipp-Anwendungen und Strategien gegen Angst oder Depressionen vereint. Dieser Ansatz fördert einen langfristigen, gesundheitsbewussten Lebensstil und aktiviert innere Ressourcen.

Trotz positiver Rückmeldungen und nachweislicher Effekte bleibt die Finanzierung eine Hürde. Derzeit übernehmen nur zwei gesetzliche Krankenkassen die Kosten für das Programm. Experten fordern eine stärkere Integration solcher Maßnahmen in die Regelversorgung. Mind-Body-Programme gelten als kostengünstig und nebenwirkungsarm, mit Potenzial für langfristige Einsparungen im Gesundheitswesen durch Prävention von Komplikationen. Pilotprojekte könnten die Wirksamkeit weiter evaluieren und eine breitere Umsetzung ermöglichen, insbesondere vor dem Hintergrund der Landtagswahl in Baden-Württemberg.

Die Initiative Gesunde Vielfalt setzt sich für ein Miteinander von konventioneller und komplementärer Medizin ein. Sie plädiert für gegenseitigen Respekt unter Heilberufen und eine patientenzentrierte Reform des Systems. Der Fokus liegt auf Aufklärung, Praxisnähe und Vernetzung, um Ideologien zu überwinden und das Gesundheitswesen nachhaltig zu verbessern.