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Innovative KI-Lösungen entlasten Notaufnahme

Wiesbaden, 28. April 2025 – Die Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser sind überlastet: Zu viele Patienten, zu wenig Personal und hoher Zeitdruck erschweren eine schnelle und präzise Versorgung. Der 131. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) zeigt auf dem DGIM Futur-Areal, wie Künstliche Intelligenz (KI) diese Herausforderungen meistern kann. Zwei innovative Exponate – das KI-System DokPro und ein Kommunikationsroboter – demonstrieren, wie KI den Aufnahme- und Triageprozess revolutioniert.

DokPro: Strukturierte Anamnese per KI Das am Universitätsklinikum Gießen und Marburg entwickelte System DokPro entlastet das medizinische Personal durch automatisierte Anamnese. Patienten, bei denen ein kritischer Zustand ausgeschlossen wurde, werden in einer Kabine von einem Avatar befragt und an einen Pulsoximeter angeschlossen. DokPro erfasst Vitalparameter wie Herzfrequenz oder Blutsauerstoff und stellt gezielte Fragen zur Krankengeschichte. Die KI erstellt einen strukturierten Bericht, der direkt ins Krankenhausinformationssystem übertragen wird. „DokPro garantiert eine gleichbleibend hohe Qualität der Anamnese und ermöglicht es, Ressourcen gezielt für kritische Fälle freizuhalten“, erklärt Professor Dr. med. Ivica Grgi?, Leiter des XR-Lab in Medicine.

Kommunikationsroboter: Effizienter Self-Check-In Ein weiteres Highlight ist der Kommunikationsroboter der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Er unterstützt den Self-Check-In, misst Vitalparameter wie Temperatur und Blutdruck und leitet diese digital ans Personal weiter. Dank mehrsprachiger Kommunikation baut er Sprachbarrieren ab und macht den Ablauf für Patienten effizienter. Das Personal wird bei Routineaufgaben entlastet und kann sich auf dringende Fälle konzentrieren.

KI als Schlüssel für die Zukunft „KI ermöglicht eine effizientere und qualitativ hochwertige Ersteinschätzung, verbessert den Patientenfluss und entlastet das Personal“, betont Professor Grgi?. Kongresspräsident Professor Dr. med. Jan Galle ergänzt: „KI ist eine Unterstützung, kein Ersatz für ärztliche Betreuung. Das Wohl der Patienten steht immer im Mittelpunkt.“ Die DGIM fordert systematische wissenschaftliche Prüfungen, um die Akzeptanz und Wirksamkeit solcher Systeme sicherzustellen.

Neben KI-Exponaten bietet das DGIM Futur-Areal auch immersive Technologien wie Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) zum Ausprobieren. Der Kongress zeigt: KI könnte ein Wendepunkt für die Notfallmedizin sein – wenn sie verantwortungsvoll eingesetzt wird.