Nationale und internationale Hypertonie-Leitlinien sind laut einer Umfrage unter 437 Ärzten zu umfangreich und praxisfern. Die auf dem Deutschen Hypertonie Kongress 2025 vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass Zeitmangel, fehlende Ressourcen und unklare Handlungsanweisungen die Umsetzung behindern. Zudem wird die Patientenperspektive oft vernachlässigt.
Die S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Hypertonie, akzeptiert als Standard in der Hausarztpraxis, umfasst 45 bis 119 Seiten und wird von zwei europäischen und einer amerikanischen Leitlinie ergänzt. 67 % der befragten Ärzte halten die Vorgaben für zu umfassend, 52 % für zu praxisfern. Insbesondere fehlen konkrete Anleitungen zu Diagnostik, medikamentöser Therapie und Patientenkontrolle. Lebensstil-Empfehlungen wie salzarme Ernährung oder Bewegung mangelt es an praktischer Unterstützung für Patienten.
Die Deutsche Hochdruckliga bietet Lösungen wie einen Leitfaden, Fortbildungen, Informationsmaterial und digitale Tools wie den Blutdruckmanager, um Ärzte und Patienten zu unterstützen und eine evidenzbasierte Versorgung zu fördern.
