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Höhere Kaliumspiegel senken Herzrisiken bei Hochrisikopatienten

Eine bahnbrechende Studie, die auf dem ESC-Kongress 2025 vorgestellt und zeitgleich im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, zeigt, dass höhere Kaliumspiegel bei Patienten mit Herzkrankheiten das Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen, Krankenhausaufenthalte wegen Herzinsuffizienz oder Arrhythmien sowie die Gesamtmortalität signifikant senken. Die POTCAST-Studie, die in Dänemark durchgeführt wurde, liefert neue Erkenntnisse, die die gezielte Steuerung von Kaliumspiegeln als vielversprechende Strategie zur Verbesserung kardiovaskulärer Ergebnisse unterstützen.

Die randomisierte, kontrollierte Open-Label-Studie POTCAST wurde an drei Standorten in Dänemark durchgeführt und konzentrierte sich auf Patienten mit implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren (ICDs) oder Defibrillatoren für die kardiale Resynchronisationstherapie, die ein hohes Risiko für ventrikuläre Arrhythmien aufweisen. Insgesamt nahmen 1.200 Patienten mit einem Ausgangswert des Plasmakaliums von 4,3 mmol/L oder niedriger teil, wobei Personen mit schwerer Niereninsuffizienz oder Schwangere ausgeschlossen wurden. Die Teilnehmer wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder ein Behandlungsschema zur Erhöhung des Plasmakaliumspiegels auf 4,5–5,0 mmol/L durch Ernährungsempfehlungen, Kaliumpräparate oder Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten (MRAs) oder die Standardversorgung.

Über eine durchschnittliche Nachbeobachtungszeit von knapp 40 Monaten zeigte die Gruppe mit gezielt hohem Kaliumspiegel eine signifikant niedrigere Rate des primären Endpunkts – ein Kombinationsendpunkt aus anhaltender ventrikulärer Tachykardie, angemessener ICD-Therapie, ungeplanten Krankenhausaufenthalten wegen Arrhythmien oder Herzinsuffizienz und Gesamtmortalität – im Vergleich zur Kontrollgruppe (22,7 % vs. 29,2 %). Die Vorteile waren in allen Untergruppen, einschließlich Patienten mit ischämischer Herzkrankheit oder Herzinsuffizienz, konsistent.

Die Unterschiede waren vor allem auf weniger angemessene ICD-Therapien (15,3 % vs. 20,3 %) und weniger ungeplante Krankenhausaufenthalte wegen Arrhythmien (6,7 % vs. 10,7 %) in der Gruppe mit hohem Kaliumspiegel zurückzuführen. Auch Krankenhausaufenthalte wegen Herzinsuffizienz waren seltener (3,5 % vs. 5,5 %), und die Mortalitätsraten zeigten eine geringfügige Reduktion (5,7 % vs. 6,8 %). Wichtig ist, dass die Intervention das Risiko für gefährlich hohe oder niedrige Kaliumspiegel nicht erhöhte, da nur 1 % der Teilnehmer in beiden Gruppen wegen solcher Probleme hospitalisiert werden mussten.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine moderate Erhöhung des Plasmakaliumspiegels um etwa 0,3 mmol/L die Arrhythmiebelastung signifikant reduzieren kann, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Der Ansatz war unabhängig von der Methode zur Erhöhung des Kaliumspiegels, ob durch Supplemente oder MRAs, wirksam. Die Forscher vermuten, dass die in früheren Studien zu Herzinsuffizienz beobachteten kardiovaskulären Vorteile von MRAs teilweise auf die Erhöhung des Kaliumspiegels zurückzuführen sein könnten, was die bisherige Annahme, dies sei lediglich eine Nebenwirkung, infrage stellt.

Diese Ergebnisse haben weitreichende Implikationen für die klinische Praxis und unterstreichen eine kostengünstige und breit verfügbare Strategie zur Behandlung von Patienten mit hohem Risiko für ventrikuläre Arrhythmien. Die Studie fordert eine Neubewertung der Kaliumsteuerung in der kardiovaskulären Versorgung und legt nahe, dass die gezielte Anhebung des Kaliumspiegels in den hohen Normalbereich zu einem Standardansatz werden könnte, um die Ergebnisse bei einer Vielzahl von Herzkrankheiten zu verbessern.