Die Bill & Melinda Gates Foundation und die Clinton Health Access Initiative (CHAI) haben gemeinsam mit Gilead Sciences und indischen Generikaherstellern eine Partnerschaft gestartet, um eine generische Version des HIV-Präventionsmedikaments Lenacapavir ab 2027 in 120 Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen für 40 US-Dollar pro Person und Jahr anzubieten. Das Medikament, das nur zweimal jährlich injiziert wird, zeigte in Studien eine nahezu vollständige Wirksamkeit bei der Verhinderung von HIV-Infektionen, besonders bei vulnerablen Gruppen.
Die Initiative zielt darauf ab, die weltweite HIV-Epidemie einzudämmen, die jährlich etwa 1,3 Millionen neue Infektionen verursacht. Im Gegensatz zu bisherigen oralen Präventionsmitteln könnte Lenacapavir durch seine seltene Anwendung die Akzeptanz erhöhen. Gilead hat Lizenzvereinbarungen mit indischen Herstellern wie Dr. Reddy’s Laboratories und Hetero Labs getroffen, um die Produktion zu skalieren. Die Stiftungen unterstützen die Initiative durch Finanzierung und Logistik, während Gilead kostengünstige Dosen bereitstellt, bis die Generika marktreif sind.
Die Produktion durch indische Hersteller, die strenge Qualitätsstandards einhalten, soll die Kosten niedrig halten. Experten schätzen, dass das Medikament bei Massenproduktion noch günstiger hergestellt werden könnte. Kritiker bemängeln jedoch, dass mittlereinkommensstarke Länder wie Brasilien oder Argentinien von den Lizenzvereinbarungen ausgeschlossen sind, was den Zugang in diesen Regionen erschwert. Aktivisten fordern eine Ausweitung der Vereinbarungen, um Importbarrieren zu überwinden.
Die Partnerschaft zeigt ein neues Modell der Zusammenarbeit zwischen Pharmaunternehmen und Generikaherstellern, um Zugangshürden zu senken. Ähnliche Ansätze haben in der Vergangenheit Millionen Menschen Zugang zu HIV-Therapien verschafft. Die Initiative könnte einen entscheidenden Schritt hin zu einer HIV-freien Welt bis 2030 bedeuten, indem sie bis zu 10 Millionen Menschen mit Präventionsmitteln versorgt. Weitere Details zu Finanzierung und regulatorischen Schritten werden erwartet.
