Ein neues HIV-Medikament des Pharmaunternehmens Gilead Sciences könnte einen Wendepunkt im globalen Kampf gegen AIDS markieren. Der Kapsid-Inhibitor Lenacapavir, der nur zweimal jährlich verabreicht werden muss, hat in Studien bemerkenswerte Ergebnisse gezeigt[1].
Globale Verfügbarkeit gesichert
Das Unternehmen hat bereits Schritte unternommen, um den weltweiten Zugang zum Medikament zu gewährleisten. Durch nicht-exklusive, freiwillige Lizenzvereinbarungen wird das Präparat in 120 Ländern mit hoher HIV-Inzidenz verfügbar sein[1]. Diese Vereinbarungen ermöglichen anderen Herstellern die kostengünstige Produktion und den Vertrieb des patentgeschützten Medikaments[1].
Zulassungsprozess und Zeitplan
Aktuell ist Lenacapavir nur für die Behandlung von Patienten zugelassen, bei denen andere HIV-Therapien aufgrund von Resistenzen nicht mehr wirken. Die Zulassung als Präexpositionsprophylaxe (PrEP) wird im ersten Halbjahr 2025 bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) beantragt[1].
Bedeutung für die globale AIDS-Bekämpfung
Die Entwicklung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: UNAIDS strebt an, die HIV-Epidemie bis 2030 weitgehend zu beenden. Derzeit infizieren sich weltweit jährlich noch etwa 1,3 Millionen Menschen neu mit HIV[1]. Das neue Medikament könnte durch seine halbjährliche Verabreichung und hohe Wirksamkeit einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leisten[1].
Die Welt-AIDS-Konferenz 2024 fand in München statt.
Quellen:
[1] https://pharma-fakten.de/news/hiv-praevention-weltweit-ein-medikament-in-den-schlagzeilen/
[2] HIV-Prävention weltweit: Ein Medikament in den Schlagzeilen https://pharma-fakten.de/news/hiv-praevention-weltweit-ein-medikament-in-den-schlagzeilen/
