Am morgigen Freitag, dem 15. August 2025, treffen sich US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin zu einem mit Spannung erwarteten Gipfel in Anchorage, Alaska. Das Treffen, das auf der Joint Base Elmendorf-Richardson stattfinden wird, markiert den ersten amerikanisch-russischen Gipfel auf US-Boden seit 1988 und steht im Fokus der globalen Aufmerksamkeit, da es vor dem Hintergrund des seit über dreieinhalb Jahren andauernden Ukraine-Kriegs stattfindet.
Das Hauptthema des Gipfels ist die Suche nach einer langfristigen friedlichen Lösung für den Ukraine-Konflikt. Die Verhandlungen beginnen um 11:30 Uhr Ortszeit (21:30 Uhr MESZ) mit einem Vieraugengespräch zwischen Trump und Putin, gefolgt von einem Arbeitsfrühstück mit ihren Delegationen. Die russische Delegation umfasst Außenminister Sergej Lawrow, Verteidigungsminister Andrej Belousow, Finanzminister Anton Siluanow und Kirill Dmitriew, Leiter des russischen Direktinvestitionsfonds. Die Zusammensetzung der US-Delegation ist noch nicht bekannt. Eine gemeinsame Pressekonferenz soll die Gespräche abschließen.
Die Wahl Alaskas als Veranstaltungsort ist symbolträchtig: Der Bundesstaat, einst russisches Territorium bis zu seinem Verkauf an die USA im Jahr 1867, liegt nur etwa 82 Kilometer von Russland entfernt, getrennt durch die Beringstraße. Der Ort wurde nach langen Verhandlungen ausgewählt, auch weil die USA den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Putin nicht anerkennen, was eine Reise nach Alaska für den russischen Präsidenten ermöglicht. Die Bundesluftfahrtbehörde der USA sperrt den Luftraum über Anchorage während des Gipfels aus Sicherheitsgründen.
Die Erwartungen an konkrete Ergebnisse sind verhalten. Trump hat das Treffen als Sondierungsgespräch bezeichnet, um die Bereitschaft Putins zu einer Einigung zu prüfen. Der Kreml betont, dass das Treffen auch die bilateralen Beziehungen stärken und Themen wie wirtschaftliche Zusammenarbeit und globale Sicherheit abdecken soll. Russland fordert unter anderem einen Verzicht der Ukraine auf einen NATO-Beitritt und die Anerkennung der annektierten Gebiete, während die Ukraine, vertreten durch Präsident Wolodymyr Selenskyj, solche Zugeständnisse ablehnt und auf eine bedingungslose Waffenruhe sowie Sicherheitsgarantien besteht.
Die Ukraine ist bei dem Gipfel nicht vertreten, was bei europäischen Verbündeten und in Kiew Besorgnis auslöst. Vor dem Treffen hat Trump in einer Videokonferenz mit Selenskyj und europäischen Partnern, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, über die Strategie gesprochen. Europa hat fünf Friedensvoraussetzungen formuliert, darunter Sicherheitsgarantien für Kiew. Trump hat angekündigt, nach dem Gipfel die Ukraine und europäische Verbündete über die Ergebnisse zu informieren, und spricht von einem möglichen Dreiertreffen mit Selenskyj und Putin in naher Zukunft, idealerweise in einem neutralen europäischen Land.
Spekulationen über einen möglichen „Gebietstausch“ – etwa die Abtretung der von Russland annektierten Gebiete wie Krim, Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson im Austausch für andere ukrainische Gebiete – wurden von Trump nicht ausgeschlossen, aber als „kompliziert“ bezeichnet. Die Ukraine lehnt solche Vorschläge kategorisch ab, da sie völkerrechtlich nicht umsetzbar sind und den Aggressor belohnen könnten. Russland hat wiederholt klargestellt, dass es die annektierten Gebiete nicht aufgeben wird, während die Ukraine auf die Rückgabe aller Gebiete besteht.
Die Sicherheitsvorkehrungen für das Treffen sind enorm: Der US-Militärstützpunkt bietet eine kontrollierte Umgebung, und Putin wird voraussichtlich mit einer eigenen Wagenkolonne anreisen. Ein ehemaliger Secret-Service-Agent betonte die Logistikvorteile des Standorts, da Fahrzeuge, Sicherheitsausrüstung und medizinische Einrichtungen bereits vorhanden sind. Dennoch bleibt die geopolitische Brisanz des Treffens hoch, da Putin durch die Einladung Trumps eine Rückkehr auf die Weltbühne gelingt, während die Ukraine befürchtet, dass ihre Interessen zugunsten russisch-amerikanischer Deals übergangen werden könnten.
Die russische Börse verzeichnete in den letzten Tagen einen Aufschwung, getrieben von Hoffnungen auf eine Deeskalation und mögliche Sanktionserleichterungen. Analysten warnen jedoch, dass ein Scheitern des Gipfels diese Gewinne schnell zunichtemachen könnte. Der Kreml hat bereits ein Folgetreffen in Russland angekündigt, während Trump die Möglichkeit eines schnellen Fortschritts hin zu einer Waffenruhe betont, jedoch ohne konkrete Zusagen.
