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Hightech-Videooptimierung im Gehirn

Ein Team von Neurowissenschaftlern unter der Leitung von Professor Maximilian Jösch am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) hat einen Mechanismus entdeckt, der visuelle Verzerrungen durch Bewegung bei Tieren korrigiert. Die an Mäusen durchgeführte Studie identifiziert eine Kernfunktion, die auf das visuelle System von Wirbeltieren, einschließlich Primaten wie dem Menschen, verallgemeinert werden kann. Die Ergebnisse wurden in Nature Neuroscience veröffentlicht .

Trotz der rasanten Entwicklung in den letzten Jahrzehnten muss die Videokameraindustrie immer noch mit den Fähigkeiten des menschlichen Auges mithalten. Insbesondere Action-Cams sind darauf ausgelegt, Aufnahmen zu machen, während man mitten im Geschehen ist. Wenn wir die Qualität der Aufnahmen und den Bedarf an ausgefallener Ausrüstung und Optimierungssoftware auf der Grundlage der Fähigkeiten des menschlichen Auges beurteilen, stellt sich die Frage: Wie schaffen es unsere Augen, das so gut zu machen?

Forscher um Professor Maximilian Jösch am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) haben diese Frage nun mit einer technischen Meisterleistung beantwortet. Die drei Wissenschaftler und Co-Erstautoren Tomas Vega-Zuniga, Anton Sumser und Olga Symonova kombinierten eine Reihe modernster Techniken, um eine Gehirnregion bei der Maus zu identifizieren, die vorhersagen und minimieren kann, wie Bewegungen das visuelle Signal verzerren. Diese tief im Gehirn gelegene Gehirnregion kopiert buchstäblich die motorischen Befehle des Gehirns, um bewegungsbedingte Verzerrungen zu unterdrücken. „Wir zeigen, dass die Bildkorrektur sehr früh während der visuellen Verarbeitung erfolgt – bevor die Informationen an andere Bereiche des Gehirns übermittelt werden, von denen bekannt ist, dass sie komplexere visuelle Merkmale darstellen“, sagt Jösch. „Damit zeigen wir, dass das Säugetiergehirn Strategien entwickelt, um Bewegungen effizient zu kompensieren, indem es ihre Auswirkungen auf das Sehvermögen vorhersagt.“


https://www.nature.com/articles/s41593-025-01874-w