„Herz in einer Box“ ist bei Herztransplantationen besser als Kühlbox
Das Risiko eines frühen Herzversagens nach einer Herztransplantation ist geringer, wenn das Spenderherz in einer sogenannten Heart-in-a-Box statt in der üblichen Kühlbox mit Eis gelagert wird. Das geht aus einer Studie hervor, deren Ergebnisse Forscher der Universität Göteborg nun vorstellten.
Die gängige Methode zur Lagerung gespendeter Herzen vor der Transplantation besteht darin, sie bei vier Grad in einer Kaliumlösung in einer Kühlbox mit Eis aufzubewahren. Die Handhabung ist ein Wettlauf gegen die Zeit, da Zuordnung, Transport und Operation innerhalb von vier Stunden erfolgen müssen, um das Risiko von Komplikationen für den Empfänger nicht zu erhöhen.
Untersuchungen haben gezeigt, dass Transportzeiten von bis zu neun Stunden kein Hindernis mehr darstellen, wenn anstelle einer statischen Kühllagerung eine hypothermische Sauerstoff-Maschinenperfusion (HOPE) oder ein „Herz-in-einer-Box“ verwendet wird. In der Box wird das Herz bei acht Grad gehalten und mithilfe einer Pumpe, einer Reihe von Schläuchen, einem Reservoir und einer Flüssigkeit, die durch das ruhende Herz zirkuliert, während auf die Transplantation gewartet wird, mit Sauerstoff versorgt.
Ziel der aktuellen, in The Lancet veröffentlichten Studie war es, die Methoden „Heart-in-the-Box“ und Cooler hinsichtlich Sicherheit und gesundheitlicher Auswirkungen für Herzempfänger in den ersten 30 Tagen nach der Transplantation zu vergleichen. Die Studie ist die erste sogenannte randomisierte kontrollierte Studie dieser Art.
Acht Länder in Europa
An der Studie nahmen 204 erwachsene Patienten teil, die in fünfzehn verschiedenen Kliniken in acht europäischen Ländern für eine Herztransplantation angemeldet waren. Die Hälfte der Teilnehmer wurde nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, um Herzen zu erhalten, die in einer „Herz-in-einer-Box“ behandelt wurden, während die andere Hälfte Herzen aus der kalten statischen Lagerung nach Standardverfahren erhielt. Alle Herzen stammten von hirntoten Spendern.
Die Ergebnisse zeigen, dass bei Herzempfängern die Wahrscheinlichkeit eines Herzversagens in ihrem neuen Herzen deutlich geringer war, wenn es vor der Transplantation in einem „Heart-in-a-Box“-System behandelt wurde, im Vergleich zur üblichen kalten statischen Lagerung. Das Risiko eines schweren Organversagens, einer primären Transplantatdysfunktion (PGD), betrug in der Heart-in-a-Box-Gruppe 11 % und bei denjenigen, deren Herzen nach Standardverfahren gelagert wurden, 28 %.
Ansonsten gab es im Beobachtungszeitraum keine Unterschiede in den klinischen Ereignissen zwischen den Gruppen. Die Forscher werden später Analysen der gesundheitlichen Auswirkungen der Teilnehmer im ersten Jahr nach der Herztransplantation vorlegen.
https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(24)01078-X/abstract

Credits:
Foto von Jakob Lundberg/Universität Göteborg.
