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Hemmende Nervenzellen im Gehirn gleichen Reifungsverzögerung aus

Eine Studie des Max-Planck-Instituts für biologische Intelligenz, veröffentlicht in Nature Neuroscience, zeigt, wie hemmende Nervenzellen im Gehirn von Mäusen ihre Entwicklung beschleunigen, um ein neuronales Gleichgewicht zu gewährleisten. Später gebildete inhibitorische Nervenzellen reifen schneller als früh entstandene, um ihren zeitlichen Rückstand aufzuholen. Dies verhindert ein Ungleichgewicht im Netzwerk, das zu übermäßigen oder zu schwachen Verbindungen führen könnte.

Die Forscher unter Leitung von Dr. Christian Mayer entdeckten, dass diese beschleunigte Reifung durch genetische Mechanismen gesteuert wird, die den Zugang zu Erbinformationen über die Chromatin-Landschaft regulieren. Störungen in diesen Prozessen könnten Entwicklungsstörungen wie Autismus oder Epilepsie begünstigen. Die Ergebnisse bieten Einblicke in die Gehirnentwicklung und könnten Ansätze für die Erforschung neurologischer Erkrankungen liefern.

Zudem unterstreicht die Studie die Bedeutung der „Entwicklungszeit“. Beim Menschen, wo die Gehirnreifung länger dauert, könnte dies komplexere Netzwerke und kognitive Fähigkeiten ermöglichen. Weitere Forschung ist nötig, um die Mechanismen und ihre Relevanz für Therapien zu vertiefen.



Quelle: Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz


Publikation: Nature Neuroscience, 8. Juli 2025, https://www.nature.com/articles/s41593-025-01999-y


Weitere Infos: https://www.bi.mpg.de/mayer/de