Health Canada hat KEYTRUDA SC (Pembrolizumab-Injektion), die subkutane Formulierung des PD-1-Inhibitors Pembrolizumab, für mehrere Krebsindikationen zugelassen. Das teilte Merck (MSD außerhalb der USA und Kanadas) am 17. Februar 2026 mit. Es handelt sich um die erste subkutane Variante des Wirkstoffs in Kanada.
Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der pivotalen Studie MK-3475A-D77 (auch 3475A-D77 genannt). In dieser randomisierten, multizentrischen, offenen Studie wurde Pembrolizumab subkutan (790 mg alle 6 Wochen) mit intravenösem Pembrolizumab (400 mg alle 6 Wochen) verglichen – jeweils in Kombination mit platinbasierter Chemotherapie bei Patienten mit neu diagnostiziertem metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) vom squamösen oder nicht-squamösen Typ ohne EGFR-, ALK- oder ROS1-Mutationen.
Die primären Endpunkte waren pharmakokinetische Nichtunterlegenheitsparameter: Die geometrischen Mittelwertratio für die Fläche unter der Kurve (AUC0-6 Wochen, Cycle 1) betrug 1,14 (96%-KI: 1,06–1,22) und für die minimale Konzentration im Steady State (Ctrough, Cycle 3) 1,67 (94%-KI: 1,52–1,84). Beide Werte lagen innerhalb der vordefinierten Grenzen für Nichtunterlegenheit. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte wie objektive Ansprechrate (ORR) und progressionsfreies Überleben (PFS) waren zwischen beiden Armen vergleichbar.
Die Sicherheitsprofile waren insgesamt konsistent mit dem bekannten Profil der intravenösen Formulierung in Kombination mit Chemotherapie. Als zusätzliche Nebenwirkung traten Injektionsstellenreaktionen bei 2,4 Prozent der Patienten im subkutanen Arm auf (alle Grad 1).
KEYTRUDA SC enthält neben Pembrolizumab den rekombinanten humanen Hyaluronidase-Varianten Berahyaluronidase alfa, der die Verteilung und Aufnahme des Wirkstoffs im subkutanen Gewebe erleichtert. Die Zulassung umfasst die Indikationen, für die die intravenöse Formulierung bereits autorisiert ist. Der genaue Zeitpunkt der Markteinführung hängt von den Erstattungsverhandlungen auf Provinz- und Territorialebene ab.
David D. Jones, Managing Director von Merck Canada, betonte, die subkutane Form biete Patienten und Behandlern eine flexible zusätzliche Applikationsoption und könne die Versorgung erleichtern. Die Produktmonographie ist auf der Merck Canada-Website verfügbar.
Objektive Bewertung
Die Zulassung folgt einem etablierten Muster für subkutane Formulierungen von monoklonalen Antikörpern (z. B. Rituximab SC, Trastuzumab SC). Die pharmakokinetische Nichtunterlegenheit ist robust belegt; die geometrischen Mittelwertratio für Ctrough liegt zwar höher als 1, aber innerhalb akzeptierter Grenzen. Klinisch relevante Wirksamkeits- und Sicherheitsunterschiede wurden nicht beobachtet.
Vorteile der subkutanen Applikation sind kürzere Verabreichungszeiten (ca. 3–5 Minuten statt 30–60 Minuten Infusion), geringerer Ressourcenbedarf in der Praxis und potenziell höhere Patientenzufriedenheit. Die Injektionsstellenreaktionen sind mild und selten.
Einschränkungen: Die Zulassungsstudie wurde nur bei NSCLC durchgeführt; die Extrapolation auf andere Indikationen erfolgt auf Basis vergleichbarer PK-Daten und des etablierten IV-Profils. Direkte Head-to-Head-Daten zur Wirksamkeit in allen zugelassenen Indikationen fehlen. Die tatsächliche Verbesserung der Versorgung hängt von der Akzeptanz durch Ärzte, Patienten und Kostenträger ab.
Insgesamt ist KEYTRUDA SC eine logische Weiterentwicklung, die den Komfort erhöht, ohne die Wirksamkeit oder Sicherheit der etablierten IV-Form zu beeinträchtigen. Die Zulassung stärkt die Position von Pembrolizumab in Kanada, wo es bereits ein Standard in zahlreichen Indikationen ist.
