Hannover: Lungenkrebs-Früherkennung wird ab April Kassenleistung

Ab dem 1. April 2026 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Früherkennung von Lungenkrebs für starke Raucherinnen und Raucher. Das Low-Dose-CT-Verfahren richtet sich an Personen zwischen 50 und 75 Jahren mit mindestens 15 Packungsjahren Nikotinkonsum – auch wenn sie vor weniger als zehn Jahren aufgehört haben.

Das KRH Klinikum Siloah bietet die Zweitbefundung der Untersuchungen an. Chefarzt Prof. Dr. Thomas Fühner, Leiter der Klinik für Pneumologie und des Lungenkrebszentrums, bezeichnet das neue Angebot als extrem sinnvoll. Lungenkrebs ist die häufigste Krebs-Todesursache in Deutschland und wird jährlich rund 58.000-mal diagnostiziert. Fast 90 Prozent der Fälle gehen auf Tabakkonsum zurück.

Besonders problematisch ist, dass die Erkrankung lange symptomfrei verläuft. Wird sie erst in fortgeschrittenen Stadien entdeckt, sinken die Heilungschancen deutlich. Durch das Screening können Tumore früher erkannt werden – in vergleichbaren Programmen in den USA und den Niederlanden/Belgien lagen 57 bis 74 Prozent der entdeckten Fälle in den heilbaren Stadien I oder II.

Die Untersuchung erfolgt mit einer Computertomographie bei sehr niedriger Strahlendosis. Es gibt kein zentrales Einladungssystem. Hausärzte sollen Risikopatienten gezielt ansprechen und auf Dauer und Umfang des Zigarettenkonsums hinweisen. Bei auffälligen Befunden folgt die Zweitbefundung in einem zertifizierten Lungenkrebszentrum.

Das Klinikum Siloah sieht sich mit seinem Lungenkrebszentrum als zentralen Ansprechpartner für Stadt und Region. Fühner erwartet, dass das Programm zunächst langsam anlaufen wird, langfristig aber deutlich mehr frühe Diagnosen ermöglicht und die Therapieaussichten verbessert.

Ähnliche Beiträge