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Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Optune-Gerät

Was ist ein Optune-Gerät?

Das Optune-Gerät ist ein tragbares, nicht-invasives Therapiesystem, das speziell für die Behandlung von Glioblastomen und hochgradigen Gliomen, wie Astrozytomen WHO-Grad 4, entwickelt wurde. Es nutzt Tumortherapiefelder (TTFields), elektrische Wechselfelder mit niedriger Intensität, um die Zellteilung von Krebszellen zu stören und ihr Wachstum zu hemmen, während gesunde Zellen weitgehend unbeeinträchtigt bleiben. Die Therapie wird ambulant angewendet und lässt sich in den Alltag integrieren.

Wie funktioniert das Optune-Gerät?

Das Gerät besteht aus einem elektrischen Feldgenerator und sogenannten Transducer-Arrays (Keramikgelpads), die auf der Kopfhaut platziert werden. Diese Arrays übertragen TTFields direkt auf die betroffene Region im Gehirn. Die Felder stören die Mitose (Zellteilung) von Tumorzellen, was deren Vermehrung verlangsamt oder stoppt. Das Gerät wird über tragbare Akkus oder ein Netzteil betrieben und sollte täglich mindestens 18 Stunden getragen werden, um maximale Wirksamkeit zu erzielen.

Für wen ist die Optune-Therapie geeignet?

Optune ist für erwachsene Patienten mit neu diagnostiziertem oder rezidivierendem Glioblastom zugelassen. Es wird häufig in Kombination mit der Chemotherapie Temozolomid (TMZ) nach Operation und Bestrahlung eingesetzt. Bei rezidivierendem Glioblastom kann es als alleinige Therapie verwendet werden, wenn andere Behandlungen nicht erfolgreich waren. Die Therapie ist nicht geeignet für Personen mit implantierten elektrischen Geräten (z. B. Herzschrittmachern), Schädeldefekten, empfindlicher Haut oder für Personen unter 22 Jahren. Schwangere Frauen sollten die Therapie ebenfalls vermeiden.

Welche Vorteile bietet die Optune-Therapie?

  • Verlängertes Überleben: Klinische Studien zeigen, dass Optune in Kombination mit Temozolomid das Überleben bei neu diagnostiziertem Glioblastom signifikant verlängern kann.
  • Ambulante Anwendung: Die Therapie kann zu Hause durchgeführt werden und ermöglicht Mobilität.
  • Nebenwirkungsarm: Im Vergleich zu Chemotherapie oder Bestrahlung treten weniger systemische Nebenwirkungen auf. Häufigste Nebenwirkung sind leichte bis moderate Hautreizungen an der Kopfhaut.
  • Integration in den Alltag: Mit Tragetasche oder Rucksack können Patienten ihren Alltag, Hobbys und Reisen fortsetzen.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Die häufigste Nebenwirkung sind milde bis moderate Hautreizungen an den Stellen, wo die Transducer-Arrays auf der Kopfhaut angebracht sind. Diese können mit Hautpflegeprodukten behandelt werden. Selten können allergische Reaktionen auf das verwendete Hydrogel oder Überhitzung der Arrays auftreten. Schwerwiegende Nebenwirkungen sind sehr selten.

Wie wird das Optune-Gerät verwendet?

  • Tägliche Nutzung: Das Gerät sollte mindestens 18 Stunden täglich getragen werden, idealerweise durchgehend, außer bei kurzen Pausen (z. B. zum Duschen).
  • Arrays-Wechsel: Die Transducer-Arrays müssen etwa zweimal pro Woche gewechselt werden, da sie für den Einmalgebrauch gedacht sind.
  • Mobilität: Das Gerät kann über Akkus (2–3 Stunden Laufzeit pro Akku) oder ein Netzteil betrieben werden. Ein Rucksack oder eine Tragetasche erleichtert den Transport.
  • Schulung: Patienten erhalten eine Schulung zur Handhabung und Pflege des Geräts, um Unterbrechungen oder Hautprobleme zu vermeiden.

Wie bekomme ich das Optune-Gerät?

Die Therapie wird von einem Arzt verschrieben, in der Regel nach Diagnose eines Glioblastoms. In Deutschland übernehmen Krankenkassen die Kosten für Optune bei neu diagnostiziertem Gliom WHO-Grad 4 in Kombination mit Temozolomid. Der Therapiestart erfolgt meist zu Hause, mit Unterstützung durch geschultes Fachpersonal, das die Anwendung erklärt.

Kann ich mit Optune reisen oder Sport treiben?

Ja, Optune ist so konzipiert, dass es in den Alltag integriert werden kann. Patienten können reisen, arbeiten oder Hobbys nachgehen. Spezielle Tragetaschen und Rucksäcke ermöglichen Mobilität, und das Gerät ist leicht genug, um beim Sport getragen zu werden. Anwender berichten, dass sie nach einer Eingewöhnungsphase ihren Alltag fast normal fortsetzen können.

Gibt es Risiken oder Kontraindikationen?

Neben den genannten Nebenwirkungen gibt es einige Kontraindikationen:

  • Implantierte Geräte: Herzschrittmacher, Defibrillatoren oder andere elektrische Implantate können die Therapie stören.
  • Schädeldefekte: Nicht ersetzte Schädelknochen oder Metallimplantate können die Wirksamkeit beeinträchtigen.
  • Hautempfindlichkeit: Allergien gegen das leitfähige Hydrogel können die Anwendung erschweren.
  • Schwangerschaft und Alter: Die Sicherheit ist für Schwangere und Personen unter 22 Jahren nicht nachgewiesen.

Wo finde ich weitere Informationen?

Weitere Details zur Funktionsweise, Anwendung und Erfahrungsberichte finden Sie auf der offiziellen Website www.optune.de oder durch Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt. Das Benutzerhandbuch und Informationsmaterial sind ebenfalls auf der Website verfügbar.


Diese FAQ bietet einen Überblick über das Optune-Gerät und seine Anwendung. Für individuelle Fragen sollten Sie sich an Ihren Arzt oder das Optune-Supportteam wenden.